Ganderkesee - Anke Brunken-Krey staunt jedes Mal, welchen Unterschied eine Uniform macht. So wie am Montagmorgen wieder: Zum Auftakt der Mobilitätswoche an der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee war auch Ute Dreyer vom Verkehrspräventionsteam der Polizeiinspektion Delmenhorst zu Gast – und deren schwarze Dienstuniform sorgte offensichtlich dafür, dass deutlich weniger Eltern als sonst mit ihren Autos bis direkt vors Schulgelände fuhren, um die Kinder aussteigen zu lassen.

An anderen Tagen jedoch sind die „Eltern-Taxis“ aus Sicht der kommissarischen Schulleiterin Brunken-Krey immer noch allzu oft „eine Katastrophe“ – trotz etlicher Aktionen des Kollegiums und des Schulelternrates. Dessen Vorsitzende Daniela Beecken und ihre Mitstreiter haben immer wieder Mütter und Väter, die mit ihren Fahrzeugen die Dürerstraße und auch die angrenzenden Wohnstraßen verstopfen, angesprochen und auf Alternativen hingewiesen – zum Beispiel die Schulexpress-Sammelstellen, von wo aus die Kinder gemeinsam die letzten paar hundert Meter zur Schule zurücklegen können.

„Einige nutzen dieses Angebot ja“, freut sich Anke Brunken-Krey, „aber es gibt immer noch viel zu viele Autos direkt vor der Schule.“ Und da jetzt die dunkle Jahreszeit mit schlechterem Wetter beginnt, rechnet sie damit, dass es in den kommenden Monaten noch mehr werden. Lehrer und Elternvertreter verzichten mittlerweile darauf, diese Fahrerinnen und Fahrer verbal auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen – es habe zu oft unangenehme Reaktionen und sogar Beschimpfungen gegeben, sagt die kommissarische Schulleiterin.

Stattdessen werden jetzt kommentarlos kleine gelbe Zettel an die Windschutzscheiben von Eltern-Taxis geheftet. „Du hältst/parkst an Stellen, die mich in Gefahr bringen“, heißt es darauf aus Kindersicht. „Bitte bringe dein Kind doch zu einem Schulexpressschild.“

Der sichere Schulweg ist das große Thema der Mobilitätswoche an der Dürerstraße. Am Montag erklärten die Lehrerinnen mit kleinen Schauspieleinlagen, wie die Kinder – und Eltern – sich richtig verhalten. Außerdem wurden an die Erstklässler gelbe Warnwesten ausgeteilt, die der ADAC wieder gestiftet hat. Sie sind sogar mit Kapuzen ausgestattet, die vor Wind und Regen schützen. „Gut überlegt“ findet das die Kontaktbeamtin Ute Dreyer vom Polizei-Präventionsteam, die noch einmal betonte, wie wichtig es für Kinder im Herbst und Winter sei, dank der Westen gut sichtbar zu sein. Mit weiteren Aktionen wird die Mobilitätswoche an der Grundschule an diesem Dienstag fortgesetzt.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)