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Grundschule Ganztags mit Ach und Krach

Detlef Glückselig

Butjadingen - Das war alles andere als eine leichte Geburt: Ein (abgelehnter) Beschlussvorschlag der Verwaltung, zwei Anträge und viele Redebeiträge waren nötig, ehe am Donnerstagabend der Schulausschuss des Gemeinderats mehrheitlich einem Sanierungs- und Raumkonzept für die Grundschule Burhave seinen Segen gab. Es geht um 2,14 Millionen Euro.

Butjadingens einzige verbliebene Grundschule soll in eine offene Ganztagsschule umgewandelt werden. Dafür ist ein neues Raumkonzept notwendig, das die Schule und die Gemeinde zusammen mit dem Nordenhamer Architekten Thomas Schramm erarbeitet haben. Mit dem Umbau will die Gemeinde zudem einen Sanierungsstau abbauen, die Energiebilanz des Gebäudes verbessern und den Anforderungen der Inklusion gerecht werden.

Bis hier hin sind sich alle einig: Die Gemeinde will die Ganztagsschule. Der Schulelternrat und der Schulvorstand haben nach jeweils einstimmigen Beschlüssen wissen lassen, dass sie das Vorhaben ebenfalls „grundsätzlich po-sitiv“ begleiten werden.

Forderungen gestellt

Allerdings stellen die beiden Gremien Forderungen an die Gemeinde. Eine davon betrifft das Timing. Schulvorstand und Elternrat legen darauf Wert, dass die Schule den Ganztagsbetrieb erst dann aufnimmt, wenn alle Renovierungs- und Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Die Schule habe schlichtweg Angst davor, die Kinder auf einer Baustelle unterrichten zu müssen, so Leiterin Christine Thaden-Decken. Deshalb werde sie auch nicht schon jetzt einen Antrag auf Umwandlung in eine Ganztagsschule stellen.

Genau darauf hatte die Verwaltung allerdings gehofft. In der Beschlussvorlage für den Schulausschuss hieß es, dass die nötigen Arbeiten unmittelbar nach der Genehmigung des Haushalts 2017 beginnen sollen, um so einen Start des Ganztagsbetriebs im Sommer 2018 zu ermöglichen.

Christine Thaden-Decken sowie auch die Elternratsvorsitzende Dagmar Reinelt halten diesen Zeitplan für nicht realistisch. Einige Ausschussmitglieder äußerten ebenfalls Skepsis. Die Schulleiterin betonte, dass sie von ihren Forderungen nicht abweichen und zum jetzigen Zeitpunkt auch die Umwandlung nicht beantragen werde.

Das stellt Bürgermeisterin Ina Korter vor ein Problem. Die Gemeinde könne nicht 2,14 Millionen Euro ausgeben, ohne die Gewissheit zu haben, dass die Schule dann auch tatsächlich auf Ganztagsbetrieb umstellt. „So kann ich nicht mit kommunalen Mitteln umgehen “, sagte sie – und fing sich prompt einen Konter von Uta Meiners ein. Die FDP-Ratsfrau empfand es als „in gewisser Weise ungehörig“, wie die Gemeinde die Schulgremien unter Druck zu setzen versuche.

„Zeitnaher“ Antrag

Uta Meiners stellt das gesamte Raumkonzept in Frage und beantragte vor einer Beschlussfassung eine gemeinsame Sitzung des Bau- und des Schulausschusses. Damit kam sie aber nicht durch. Der Ausschuss beschloss stattdessen – mit den Stimmen der Vertreterinnen der Schulgremien – einen Antrag von Dr. Hans Hortig (Unabhängige). Demnach wird das Sanierungs- und Raumkonzept umgesetzt, ohne dass es dafür jedoch eine zeitliche Vorgabe gibt. „Zeitnah“ zum Abschluss der Arbeiten soll die Schule ihren Antrag stellen.

Die Inhalte des Raum- und Sanierungskonzepts hatte Architekt Thomas Schramm bereits am Dienstag im Bauausschuss vorgestellt. Es sieht unter anderem vor, dass zwei Klassenzimmern jeweils ein Gruppenraum zuordnet wird. Der Mitteltrakt soll aufgestockt werden; damit ließen sich 300 Quadratmeter zusätzlicher Platz schaffen. Die jetzige Aula soll zur Mensa werden. Der Architekt regt einen Umbau in drei Bauabschnitten an.

Zusätzlich zu den 2,14 Millionen Euro für den Umbau müsste die Gemeinde 45 000 Euro für die Einrichtung der Mensa aufbringen. Außerdem müsste sie jährlich 18 200 Euro für die Unterstützung der Schule bei den Unterrichts- und Betreuungsangeboten, für den Betrieb der Mensa sowie für zusätzlichen Reinigungsaufwand und für Personalreserven zahlen.

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