„Neue Räume für 96 Schüler“ (NWZ vom 1. Februar)

Als Horterzieher gehöre ich einer aussterbenden Art an (...). Der Ausbau der Ganztagsschulen gefährdet meinen sowie viele weitere Arbeitsplätze und geht zulasten der Betreuungsqualität. Viele Horte sind Lebenszentren der Kinder und ihrer Familien; mit allen Sorgen (...) wird zu den Erziehern gegangen, die mit vier Jahren Ausbildung für außerordentliche Betreuungsqualität stehen. Neben den Bildungsangeboten hat der Hort oft die Funktion eines Stadtteilzentrums (...).

Wir, die Horterzieher, stehen dafür ein, das Integration, soziales Miteinander sowie gleiche Bildungschancen für alle keine leeren Worthülsen bleiben (...). Nicht selten fangen wir auf, was Schule, Behörden und Vereine nicht leisten (...). Wer glaubt, diese Angebote ersetzen zu können, wer funktionierende Systeme aus ihrem Kontext reißen und in die Schule verpflanzen möchte, macht einen folgenschweren Fehler.

Der Hort ist ein Ort des Miteinanders von Kindern im Alter von 6 bis 11. Wer um die verschiedenen wichtigen Lebensthemen in diesem Alter weiß und die Bedürfnisse von Kindern kennt, kann einer Verschulung der Hortangebote nicht gelassen entgegensehen. Solange nicht klar definiert ist, wer mit welcher Ausbildung die Kinder betreut, solange kann nicht von Qualität in der Ganztagsschule gesprochen werden. (...)

Peter Schreiber Oldenburg