GARREL - Als die Gemeinde Garrel 1966 die Städtepartnerschaft mit dem französischen Bléré schloss, kostete ein Liter Normalbenzin noch 58 Pfennig, und Borussia Dortmund war die erste deutsche Mannschaft, die einen europäischen Pokalwettbewerb gewann. Ein weiteres Kapitel der deutsch-französischen Freundschaft hat die Haupt- und Realschule Garrel aufgeschlagen: Schulleiter Markus Berssen begrüßte am Mittwochmorgen 39 Schüler des Collège le Réflessoir Bléré offiziell und erinnerte dabei an die Anfänge des Austauschprogramms.

Bei einem Schüleraustausch sei es wichtig, nicht nur die Bauwerke und Sehenswürdigkeiten kennenzulernen, sondern auch die Menschen, betonte der Schulleiter. So könnten Vorurteile und Ängste abgebaut werden, um „so etwas Großes in Bewegung zu setzen“.

Die von der Deutsch-Lehrerin Virginie Monnier betreuten französischen Schüler, die Deutsch als zweite Fremdsprache belegt haben, absolvieren noch bis Freitag neben dem Unterricht an der Schule ein buntes Programm: Brotbacken im Museumsdorf, Rundfahrt durch die Gemeinde, Bowling, Fahrt zum Heidepark Soltau oder nach Bremen stehen auf dem Plan.

Gastfamilien in Garrel zu finden, gestalte sich nicht schwierig, informierte Rosemarie Ulbrich-Degenhardt. Auch von deutscher Seite sei die Bereitschaft, an den Austausch-Fahrten teilzunehmen, sehr groß, so die Pädagogin, die von Seiten der Garreler Schule die Fahrten organisiert. Seit 1980 werden in regelmäßigen Abständen alle zwei Jahre, gelegentlich jährlich Austauschfahrten angeboten.

Ebenfalls 39 Garreler Realschüler waren gerade erst von ihrer Austauschfahrt nach Bléré zurückgekehrt – ebenso wie eine Abordnung der Gemeinde mit Bürgermeister Andreas Bartels, der in Bléré einen „Place Garrel“ feierlich mit eingeweiht hatte.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)