Garrel - Die Situation der Kinderbetreuung in der Gemeinde beschäftigt das Rathaus seit geraumer Zeit. Die Kindergärten gerade im Kernort sind an Kapazitätsgrenzen angelangt. Nach der Landtagswahl könnte sich die Situation weiter verschärfen, haben sich doch SPD wie auch CDU für beitragsfreie Kindergärten ausgesprochen. „Dann werden wir eine 100-prozentige Anmeldung der Drei- bis Sechsjährigen haben“, glaubt Bürgermeister Andreas Bartels. Bei den unter Dreijährigen gebe es mittlerweile eine Quote von rund 60 Prozent. Einige Herausforderungen also für die Gemeinde. Der Gemeinderat befasste sich am Montag mit der Situation mehrerer Kindertagesstätten.

Christophorus-Kita

An der Kita Christophorus war im Sommer ein Container aufgestellt worden, um eine vierte Gruppe bilden zu können. „Das läuft sehr gut“, urteilte Bürgermeister Andreas Bartels. Allerdings hat das Landesjugendamt dieser Übergangslösung nur für ein Jahr zugestimmt, bedeutet: Bis zum Ende des Kindergartenjahres müssten Alternativvorschläge her. Umbau oder Neubau? Falls Neubau vielleicht direkt an der Sporthalle, um diese in Hausschuhen erreichen zu können und keinen separaten Bewegungsraum bauen zu müssen? Können freie Kapazitäten an der Grundschule genutzt werden?

Viele Fragen sind noch ungeklärt. Die Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus, die Situation in Tweel zunächst in den Fraktionen zu besprechen. Die Verwaltung wird Lösungsvarianten vorstellen. Professor Dr. Markus Kemper (BfG) regte an, ein Gesamtkonzept für den „Campus Tweel“ zu erstellen – auch vor dem Hintergrund von Ganztagsschul-Angeboten.

Barbara-Kita

Konkreter sind bereits die Planungen für die Barbara-Kindertagesstätte. Dort sind die Kapazitäten der fünf Gruppen längst erreicht. Zudem ist das Gebäude, das 1994 errichtet worden war, nicht mehr zeitgemäß. Die Erweiterung soll in Richtung des Schützenplatzes geschehen. In welcher Form, darüber sollen sich nun zunächst mehrere Architekten Gedanken machen, beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Neue Kita in Garrel

Mit dem Neubau der Kita in Garrel rechnet Verwaltungschef Bartels nicht vor 2019, wie er auf Nachfrage von Veronika Schönrock-Dang, Leiterin der St.-Johannes-Kita, mitteilte. Die Entscheidung über die Trägerschaft – fünf Bewerbungen darum liegen vor – würde erst am Ende des Planungsprozesses gefällt. Voraussetzung für die Planung sei aber, dass – sollte der Standort an der Straße Zum Auetal zum Zuge kommen – zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Angedacht ist ein Gebäude mit Platz für fünf Gruppen sowie einer Ausbaureserve.

Kita Varrelbusch

Bauamtsleiter Ewald Bley hat auf der Ratssitzung die Pläne für den Kita-Neubau in Varrelbusch vorgestellt. Das Gebäude, das 1976 errichtet worden war, entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Kita; es fehlen Ausweich- und Ruheräume, eine Küche und ein Personalzimmer. Zudem bestehe der Wunsch nach einer Krippengruppe. Ein Ingenieurbüro war zum Schluss gekommen, dass eine Sanierung des Gebäudes unwirtschaftlich sei.

Entstehen soll ein zweigeschossiger Neubau, der sich äußerlich an die Grundschule anpasst. Im Erdgeschoss entstehen zwei Gruppenräume – einer für die Krippe, einer für den Kindergarten –, ein Bewegungsraum, das Büro der Einrichtungsleiterin, Multifunktions- und Ruheräume sowie eine Küche. Über Schmutzschleusen führt der Weg auf die separaten Spielplätze für Krippe und Kindergarten.

Im Obergeschoss wird neben Besprechungs- und Aufenthaltsräumen für das Personal eine weitere Kindergarten-Gruppe untergebracht. Zudem bietet der Neubau Platz, um bei Bedarf eine weitere Gruppe im Obergeschoss einzurichten. Baukosten: etwa 1,6 Millionen Euro.

Ungeklärt ist die Frage, wo die Kinder während der Bauphase untergebracht werden, da der Neubau an gleicher Stelle erfolgen soll. Container sind wahrscheinlich – eine Lösung, die mit bis zu 100 000 Euro zu Buche schlägt. Wo die Container stehen können, ist noch nicht klar.

St.-Johannes-Kita

In der St.-Johannes-Kindertagesstätte gibt es Überlegungen der katholischen Kirchengemeinde (als Träger) und der politischen Gemeinde, eine sechste Gruppe einzurichten. Für die Erweiterung auf sechs Gruppen ist eine Ausnahmegenehmigung notwendig. Dazu hatte es erste Gespräche gegeben. Politisch beraten ist das bislang allerdings nicht.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)