Garrel - Das Lernen leichter machen – auch für Eltern. Diesen Auftrag hat am Mittwochabend Astrid Brüggemann im Forum der Oberschule verfolgt. Jede Menge kleine Tipps und Tricks hatte sie im Gepäck. Astrid Brüggemann ist als Lerncoach in München tätig und hält für den Verein LVB Lernen Vorträge zum Thema „Das Lernen lernen“. Der LVB ist ein gemeinnütziger Verein aus Berlin, der sich der Förderung der Bildung verschrieben hat und sich deutschlandweit für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzt.

Eingeladen hatten die Referentin der Schulelternrat der Grundschule Garrel, vertreten durch den Vorsitzenden Jens Büssing, und die Schulleitung um Schulleiterin Nicole Tiedeken. Zahlreiche Eltern von Grundschulkindern verfolgten ihren Vortrag mit großem Interesse, mussten hier und da auch selber aktiv werden.

Wie fällt es Kindern leichter, den Stoff zu lernen und wie bleibt der Spaß am Lernen? Durch Struktur: Flüsse etwa in Kategorien wie Haupt- und deren Nebenflüsse unterteilt, lernten sich leichter als unzusammenhängend. Merksprüche helfen ebenso wie etwa: „Wenn Werra und Fulda sich küssen und ihren Namen büßen müssen, entsteht durch diesen Kuss ganz nebenbei der Weserfluss.“

Ein weiterer Tipp: Informationen bleiben besser hängen, wenn sie mit Emotionen verknüpft sind. Die Weser liegt bei Bremen, dort spielt auch Werder Bremen, der mögliche Lieblingsverein. Und schon ist die Weser emotional besetzt und bleibt leichter im Gedächtnis. So besteht die große Chance, dass das Wissen Eingang ins Langzeitgedächtnis findet – in die „große Lagerhalle“ der Informationen.

Bis dorthin müssen sie aber durch das Ultrakurzzeitgedächtnis – in dem immer nur sieben Einzelinformationen Platz finden und das nach kurzer Zeit wieder „gelöscht“ wird – und durch das Kurzzeitgedächtnis.

Damit sich die Informationen in der Lagerhalle des Langzeitgedächtnisses einnisten können, braucht es seine Zeit – genau 20 Minuten. Nach dem Lernen zur Entspannung fernsehen oder mit der Play Station spielen: grundfalsch, denn der Lernstoff könne sich nicht festsetzen. Besser: raus gehen und spielen, aber ganz ohne Medien. Das gelte im Übrigen auch für Erklärvideos auf Youtube. Den richtigen kann Astrid Brüggemann viel Gutes abgewinnen. Allerdings gebe es auch viel Ungeeignetes im Netz. Und der Schüler brauche viel Selbstdisziplin, um nicht nach dem Lernvideo auf den Comic zu klicken, der angeboten wird.

„Wer lernt und nicht wiederholt, braucht gar nicht erst zu lernen“, weiß die Expertin und rät dazu, den Stoff regelmäßig zu wiederholen. Je eher das geschehe, desto weniger müsse gelernt werden, denn die meisten Informationen seien noch da. Zudem spare es Zeit, jeden Tag fünf Minuten zu wiederholen, als nach einiger Zeit 30 Minuten und dann feststellen zu müssen, dass vieles wieder weg sei.

Brüggemann ging auch auf unterschiedliche Lerntypen ein, die auch auf unterschiedliche Arten lernen: der eine eher kreativ-chaotisch, der andere emotional, der wieder andere eher rational.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)