Garrel - Wenn Heimatforscher in der Geschichte versinken, brauchen sie Platz. Platz, um dicke Wälzer abzulegen, in Datenbanken zu recherchieren, sich Notizen zu machen. Die Garreler Geschichte, obgleich noch nicht so umfangreich wie die anderer Kommunen im Oldenburger Münsterland, bietet bereits jede Menge „Stoff“, darin einzutauchen. Bislang lagerten die Dokumente oder Fotos im rund 40 Quadratmeter großen Heimatbüro an der Böseler Straße, zuletzt überwiegend in Pappkartons auf dem Boden, weil die Regale längst bis oben hin übervoll waren. Oder bei den Mitgliedern des Garreler Heimatvereins Zuhause.
Das ändert sich nun, denn der Heimatverein ist umgezogen. Am vergangenen Samstag haben rund acht Mitglieder Dokumente, Dias, Fotos, Bücher, Regale, Schränke, Bilder und auch einen großen Schaukasten des Männergesangvereins Tweel in einen Transporter gepackt und alles an der Straße Osterkamp in den ehemaligen Büroräumen von Heiko Coors in Garrel wieder ausgeladen.
Jetzt genügend Platz
„Jetzt haben wir genügend Platz“, freut sich Günter Buschenlange, Vorsitzender des Heimatvereins über die rund 200 Quadratmeter, die genutzt werden können. Möglich wurde der Umzug, weil der Gemeinderat die Übernahme der Mietkosten beschlossen hatte. Politiker wie auch Bürgermeister Andreas Bartels betonten die besondere Bedeutung des Heimatvereins, der eine Aufgabe übernehme, die sonst die Gemeinde tragen müsse. Die Nebenkosten trägt weiter der Heimatverein.
Die ersten Regale sind gefüllt. Die vergangenen Ausgaben des „Dörpblatt“ sind bereits in einem Raum im Erdgeschoss gegenüber des Eingangsbereichs eingeräumt. „Was wir mit dem Empfang machen, wissen wir noch nicht so genau“, sagt Buschenlange. Ein Besprechungsraum befindet sich ferner im Erdgeschoss.
Tische, Schränke, Regale und weitere Einrichtung konnte der Heimatverein übernehmen. Nach Themen sortiert richtet sich der Heimatverein im Obergeschoss ein: Familienforschung in einem Raum, die Archivgruppe in einem anderen. Der Vorstand erhält ein Büro, und noch weitere Räume etwa für Recherchen sind vorhanden.
Im großen Büro bieten sich gleich mehrere Schreibtische an, an denen künftig gearbeitet werden kann. Dort könnten auch Seminare stattfinden, meint Buschenlange. So wie das zur Familienforschung, das Buschenlange beim Bildungswerk anbietet. Bislang musste er dazu den Computer und großen Bildschirm ins Johannes-Haus schleppen und dort aufbauen. Künftig, so seine Idee, könnten die Teilnehmer ins Heimatbüro kommen. Seine Idee ist auch, diese Gruppe dem Heimatverein anzugliedern.
Regelmäßige Öffnungszeiten möchte der Heimatverein künftig für die Bevölkerung anbieten, denn: „Das Interesse an Garreler Geschichte und an der Familienforschung ist stark gestiegen“, ist die Erfahrung des Vereinsvorsitzenden. Dabei könnten Mitglieder des Heimatvereins bei der Recherche unterstützen.
Auch mit der Gemeinde Garrel möchte der Heimatverein enger zusammenarbeiten, um alte Dokumente auszuwerten und zugänglich zu machen.
Vernetzung angestrebt
Um die Daten auf allen Rechnern zugänglich zu haben, möchte der Heimatverein sie auf einem Server ablegen und die Rechner vernetzen. Das würde die Arbeit der Archivgruppe wesentlich erleichtern, sind sich die Heimatfreunde einig.
„Hier sind wir gut aufgehoben“, ist sich Buschenlange sicher, der hofft, den nächsten Umzug nicht wieder in vier Jahren angehen zu müssen. Selbst wenn weitere größere Nachlässe dem Heimatverein zugehen.
