GARREL - Auf Distanz geht der Garreler CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley zu den Forderungen der FDP, in Garrel ein Gymnasium einzurichten. Die Forderung sei zwar legitim, der Sachverhalt aber komplizierter, als dargestellt: „Die FDP-Politiker, unter ihnen auch das Garreler Ratsmitglied Uwe Behrens, verstehen von der Materie offensichtlich wenig und sind schlecht beziehungsweise gar nicht informiert.“

Bereits im September habe er eine Info-Veranstaltung mit einem Vertreter des Kultusministeriums initiiert, auf der erläutert worden sei, unter welchen Voraussetzungen ein gymnasiales Angebot in Garrel realisierbar wäre, so Bley. Es könne in Garrel erst dann eine Chance haben, wenn alle Eltern ihre Kinder hier beschulen ließen. Wenigstens gefordert seien zwei Klassen mit jeweils 27 Kindern. Die Zahl der aktuellen Übergänger würde reichen, aber viele Eltern schickten ihre Kinder zum kirchlichen Ulf-Gymnasium nach Cloppenburg. Auch sei nicht auszuschließen, dass Eltern aus Grenzbereichen zu Cloppenburg wie aus Varrelbusch ihre Kinder weiterhin nach Cloppenburg schicken würden.

Dass die Zahl der Übergänger zum Gymnasium bei einem Angebot vor Ort nach oben schnellen würden, wie von der FDP behauptet, sei nur eine Hypothese. Die Empfehlungen der Grundschulen würden verantwortungsbewusst nach pädagogischen und leistungsbezogenen Kriterien ausgesprochen, so Bley.

Es blieben also viele Fragezeichen. „Die Verbreitung polemischen Wirrwarrs oder kaum fundierter Aussagen durch die FDP hilft uns aber mit Sicherheit nicht weiter“, so der Landtagsabgeordnete.

Der Schulvorstand der Garreler Haupt- und Realschule habe inzwischen einen Antrag an die Gemeinde gestellt, die Möglichkeiten nach Einrichtung einer Kooperativen Gesamtschule am Garreler Schulzentrum zu prüfen. Das Lehrerkollegium und der Schuleelternrat haben, so Bley, den Vorschlag einstimmig unterstützt. Wenn behauptet werde, eine KGS entspreche nicht den Wünschen der Eltern, so könne dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewiesen werden. Dazu sei eine fundierte Elternbefragung nötig. Diese werde auf den Weg gebracht werden müssen, um Klarheit für das weitere politische Vorgehen zu haben. Die Garreler Ratsgremien würden sich in den nächsten Wochen mit dem Antrag der Haupt- und Realschule befassen. Der Vorwurf, er habe die Diskussion um eine Gesamtschule in Garrel „angestachelt“, sei falsch.

Der Gesetzgeber hat das niedersächsische Schulgesetz insofern geändert, dass unter strengen Bedingungen Gesamtschulen genehmigt werden können. Dazu gehört, dass ein klarer Elternwunsch nach Einrichtung einer KGS vorhanden ist, diese Schulform dauerhaft zweizügig geführt werden kann und Eltern, wenn sie es möchten, ihre Kinder in erreichbarer Nähe auch auf Schulformen des dreigegliederten Systems schicken können.