Cloppenburg - Die wunderschöne Natur Südafrikas auf der einen, die bittere Armut in den Slums auf der anderen Seite, dazwischen der Alltag an der Linkside High in Port Elizabeth haben die Reise von Schülern der Cloppenburger Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf geprägt. Aufgenommen von Gastfamilien, durften die Jugendlichen mehr über Land und Leute in Südafrika erfahren. Besonders beeindruckend: Die Gastfreundschaft, mit der die Gruppe aufgenommen wurde.
In der Partnerschule der BBS am Museumsdorf werden etwa 600 Schüler unterrichtet. Die Gäste aus Cloppenburg durften am Unterricht und einer Schulversammlung teilnehmen und mehr über das Lehrsystem erfahren. „Eine große Überraschung war für uns der hohe Standard bei der Ausstattung der Klassenräume“, so die Gäste aus Cloppenburg. Beamer, Projektionswand und ein Whiteboard seien in jedem Klassenzimmer zu finden. Interessant sei auch, dass nicht die Lehrer von Klasse zu Klasse wandern, sondern die Schüler den jeweiligen Lehrer in seinem Klassenraum besuchten.
Spende für Aids-Kranke
Doch nicht nur Schulsystem und Unterricht, auch ihr Hilfsprojekt rückte in den Fokus der BBS-Schüler. Schließlich hatte die Gruppe vor der Abreise Spenden gesammelt, um für das Waisenhaus Aids Heaven einkaufen gehen zu können. Das taten die Jugendlichen auch vor Ort. Mit den gesammelten 1650 Euro konnten sie zehn große Einkaufswagen randvoll mit Spielzeug, Schulsachen, Lebensmitteln und Medikamenten packen. Angesichts der großen Menge verwarf die Gruppe jedoch den Plan, alles zum Waisenhaus zu bringen und schenkte einen Teil an ein Hospiz für ältere Aidskranke.
So groß die Freude der Beschenkten auch war, ganz spurlos ging die Erfahrung nicht an den Jugendlichen vorbei. „Im Aids Heaven überwältigen uns dabei am Ende die Emotionen, als wir vor einer Gedenkstätte für die hier verstorbenen Kinder standen“, so die Gruppe. Doch Jugendliche wie Lehrer hätten auch deutlich registriert, wie viel Gutes sie mit den Spenden ermöglichten, so auch im Hospiz. Die Einrichtung ist eine ambulante Station, in der sich Patienten treffen und behandeln lassen können. Es gibt warme Mahlzeiten und Gesellschaft. Wer möchte, darf kleine Kreuze basteln. Zwar schockierte die ärmliche und bedrückende Situation der Menschen die Schüler, dennoch fanden sie den Mut für Gespräche mit den Patienten. Zum Abschied kauften sie noch ein Kreuz, um es der Schule zu schenken.
Museum über Apartheid
Nicht umhin kam die Gruppe während des Aufenthalts, sich mit dem Thema Apartheid auseinander zu setzen. Dafür besuchten sie das Red Location Museum inmitten eines Townships, einem Slum mit extrem ärmlichen Lebensbedingungen. In dem Museum konnten sie Fotos von Nelson Mandela, Desmond Tutu und anderen Persönlichkeiten des Widerstandes gegen die Apartheid entdecken. Darüber hinaus lernten sie auch mehr über die verschiedenen Landessprachen Südafrikas. So gibt es neben Englisch und Afrikaans neun sogenannte Bantusprachen.
Auch die Landschaft kam bei der Schüler-Reise nicht zu kurz. Die BBS-Gruppe besuchte den Tsitsikamma Nationalpark, drei Tierparks und die Plettenberg Bay Area. Es standen Wanderungen, Fahrten mit dem Schnellboot, der Besuch einer Elefantenstation und zum Abschluss ein großes Grillfest auf dem Programm. Dabei gaben die Gasteltern grünes Licht für einen Gegenbesuch. Dieser ist für das kommende Jahr geplant.
