Schortens - Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Friesland-Nord in Schortens soll zum Schuljahresbeginn 2015/16 eine größere Mensa erhalten – und zwar durch Neustrukturierung und Umbau der bereits vorhandenen Räume der Schule an der Beethovenstraße. In einer gemeinsamen Sitzung von Kreisschulausschuss und Kreisbauausschuss am Dienstag im Bürgerhaus gab es nach rund zweistündigen Erklärungen zur Rechtslage, zu vorhandenen und benötigten Flächen, zur Zahl der Mensa-Nutzer und einer längeren Bürgerfragestunde mehrheitlich die Zustimmung für das „Konzept 3“.
Das sieht in groben Zügen vor, die Mensa mit dann rund 390 Quadratmetern – rund das Doppelte der jetzigen Fläche – nach vorn in die Räume rechts neben dem Haupteingang und rechts von der Pausenhalle anzusiedeln. „Die dortigen Klassenräume würden verlagert in den Bereich des ehemaligen Lehrerzimmers der Hauptschule und das Jahrgangsprinzip würde auch unter Berücksichtigung eines Gruppenraums gewährleistet“, so Schulamtsleiter Stefan Thöle. Der Freizeitbereich würde in die jetzige Mensa umziehen. Die Kosten für diese Variante, bei der erst ein grobes planerisches Gerüst steht und noch allerhand Feinabstimmung zu leisten ist, werden vom Landkreis mit 1,098 Millionen Euro beziffert. Insgesamt standen fünf Konzepte mit Kosten von gut 800 000 bis knapp 2,5 Millionen Euro zur Debatte.
IGS-Schulleitung und Eltern machten sich hingegen für die beiden Konzepte stark, die einen Mensa-Anbau vorsehen. Die Varianten einer Mensaerweiterung im Gebäudebestand wurden mit Blick auf die vorhandene Raumnot heftig kritisiert und abgelehnt.
Landrat Sven Ambrosy wies unterschwellig gemachte Äußerungen aus der Zuhörerschaft zurück, wonach der Landkreis die beiden letzteren Varianten „teurer gerechnet“ habe. „Das haben wir nicht nötig.“ Ambrosy machte klar, dass die IGS, wie alle anderen Schulen in Trägerschaft des Landkreises, so ausgestattet werden, wie es erforderlich sei. Der Kreis könne aber nicht die Augen vor dem demografischen Wandel mit immer weniger Schülern verschließen.
Vor allem aber erhalte die IGS in Schortens zum nächsten Schuljahr ein komplettes weiteres Schulgebäude: und zwar das zurzeit noch vom Mariengymnasium genutzte Gebäude am Mühlenweg, nur wenige hundert Meter vom IGS-Standort Beethovenstraße entfernt. „Das sind schließlich unser aller Steuergelder, über die wir hier reden“, betonte Ambrosy. Zu der jetzt vorhandenen Fläche komme noch einmal die Hälfte obendrauf.
Wie berichtet, soll der jetzige Außenstandort des Gymnasiums ab Sommer 2015 die Oberstufe der IGS werden. Auch dort ist bereits eine neue Mensa mit 110 Plätzen vorhanden. Das Mariengymnasium hat seinen Schulstandort dann wieder nur in Jever.
Ambrosy wie auch Thöle zufolge hat das Gebäude an der Beethovenstraße genug Potenzial, um eine gute IGS anzubieten. Thöle rief die Vertreter der Schule wie auch die Elternschaft dazu auf, bei der aktuellen Mensa-Debatte den Blick buchstäblich über den Tellerrand zu richten und auch das künftige IGS-Schulgebäude am Mühlenweg in alle Überlegungen zum künftigen Raumkonzept einzubeziehen. Uwe Burgenger (Grüne) regte an, die Option zu schaffen, eine Küche anbauen zu können, in der regional und saisonal gekocht werde.
