Ganderkesee - Um 13 Uhr ist der Unterricht an der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee beendet. Die Kinder strömen aus den Klassenräumen zu den Bussen oder zu ihren Fahrrädern. Einige verlassen das Schulgelände zu Fuß. Über die Straße müssen sie fast alle.

Denn an der Dürerstraße gibt es nur einen Bürgersteig – und der ist auf der anderen Seite. „Die Straße ist ein Knotenpunkt direkt vor der Schule“, stellt Elternvertreterin Katrin Keltsch fest. Dieser wird zu den Stoßzeiten bei Unterrichtsbeginn und -ende intensiv von „Mamataxis“ und Schulbussen genutzt. Mittendrin „ein Gewusel aus undisziplinierten Kindern, die mit ihren Gedanken ganz wo anders sind“, wie SPD-Ratsfrau Christel Zießler beschreibt. Unfälle habe es zwar noch nicht gegeben. „Aber es muss ja nicht immer erst was passieren“, meint sie besorgt.

Die bunten Pflanzenkübel auf der Straße, die die Autofahrer zum Abbremsen zwingen, sind nach Ansicht von Katrin Keltsch nicht mehr als eine Notlösung. Und für einen zweiten Bürgersteig auf der Seite des Schulhofes ist die Straße schlicht zu eng.

Im Gewusel von Schülern, Fahrrädern und Passanten bewegen sich viele Kinder deshalb abseits des sicheren Gehweges, auf der viel befahrenen Straße. Auch der Busfahrer Hans-Jürgen Skuppin ist mittendrin im Chaos: „Das funktioniert nicht ohne Halteverbot. So kümmert sich keiner“, erzürnt sich der Großvater und fordert einen Zebrastreifen als sicheren Straßenübergang. Der jedoch wird in der Gemeinde Ganderkesee nicht ausgewiesen.

„Eine Ampel wäre die Lösung“, schlägt der Leiter der Grundschule, Frank von der Aa, vor. Dies sei schon seit Jahren im Gespräch, juristisch jedoch problematisch. Ein Bündnis aus Eltern, Lehrern und Politikern will nun „Druck machen“ beim Verkehrsausschuss – und zwar im wahrsten Wortsinn: Am verheißungsvollsten, hieß es, sei wohl die Forderung nach einer Drucktastenampel.