Altenoythe - Sie helfen sich gegenseitig, sprechen miteinander, lachen zusammen. Kurzum: Sie sind ein Team. Zwar nur für wenige Tage, aber diese Zeit verbringen die Jugendlichen der Heinrich-von-Oytha-Schule Altenoythe und Menschen mit Behinderungen der Werkstätten des Caritas-Vereins Altenoythe sehr intensiv miteinander. Zwischen den beiden Einrichtungen besteht nämlich schon seit rund 15 Jahren eine Kooperation. Im Rahmen dieses Bündnisses machen alle Achtklässler der Oberschule ein Sozialpraktikum beim Caritas-Verein.

In diesem Jahr werden im Laufe des Jahres erneut alle Achterklassen ein solches Praktikum zu jeweils unterschiedlichen Themen absolvieren. In dieser Woche gab des den Startschuss für die erste der insgesamt vier Klassen. Bei den 45 Schülern und Beschäftigten und ihren Lehrern und Betreuern drehte sich alles um das Thema alternative Energie. Passend dazu machte für drei Tage das Schulungsmobil der EWE bei den Werkstätten an der Schulstraße Halt.

Neben einem umfangreichen theoretischen Wissen über regenerative Energie gab es auch einen praktischen Teil. Die Teilnehmer machten sich daran, Miniwindräder anzufertigen. Die Einzelteile mussten sie selbst herstellen. So mussten sie beispielsweise Gewinde in Bohrungen schneiden oder Winkel formen. Auch Kurbelleuchten wurden gebaut, die über Solarmotoren angetrieben werden.

Im Vordergrund des Sozialpraktikums stand aber das gegenseitige Kennenlernen und Miteinander. Im Vorfeld wurden die Schüler von Sonja Schulz vom Sozialen Dienst des Caritas-Vereins sowie vom Caritas-Beschäftigten Frank Holtmann auf die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen vorbereitet. „Uns macht es immer viel Spaß, etwas gemeinsam mit der Heinrich-von-Oytha-Schule zu unternehmen“, sagte Sonja Schulz am Donnerstag im Gespräch mit der NWZ. Und auch Rasmus Braun, Rektor der Oberschule, hält an dem Projekt gerne fest, denn „für unsere Schüler ist es wichtig, mit Menschen mit Behinderungen Kontakte zu knüpfen und sich im sozialen Bereich zu engagieren“.

Erstmals als Lehrer dabei war Stefan Schütte, der vom Projekt begeistert war: „Es gefällt mir sehr gut. Nach anfänglichen Berührungsängsten blühen alle Teilnehmer schnell auf. Es ist schön zu beobachten, wie sich Schüler und Beschäftigte gegenseitig helfen.“

Wie wertvoll das Sozialpraktikum ist, zeigt sich an Schülerin Yasmin Müller. Die 14-jährige Altenoytherin wollte nach ihrem Realschulabschluss eigentlich eine Ausbildung zur Industriebürokauffrau machen. Doch die Zeit beim Caritas-Verein habe ihr gezeigt, dass sie gut mit Menschen mit Behinderungen umgehen könne. „Diese Arbeit ist was für mich. Daher kann ich mir gut vorstellen, Heilerziehungspflegerin zu werden“, sagte die Achtklässlerin.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)