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Berufseinstieg An Schule In Gehlenberg Junglehrer zwischen Freude und Aufregung

Nina Janssen

Gehlenberg - Diesen Samstag ist Einschulung. Für die neuen Erstklässler beginnt der Ernst des Lebens, wie es so schön heißt. Das gleiche könnte über die neuen Lehrer gesagt werden, die nach ihrer Ausbildung in den Beruf starten, denn auch für sie ist der Schulbeginn Neuland. Sie übernehmen erstmals die Verantwortung für eine eigene Klasse. Wie sie sich auf den ersten Schultag als voll ausgebildete Lehrer vorbereitet haben, berichten die drei neuen Lehrerinnen der Grundschule Gehlenberg: Lisa Gels, Friederike Böckmann, beide aus Oldenburg, und Anna Fortmann aus Sedelsberg.

Bis Mittwoch waren in Niedersachsen Sommerferien. Aber für die jungen Lehrerinnen, die nun ihren Berufseinstieg an der Grundschule in Gehlenberg haben, war viel zu tun. Sie alle haben ihr Referendariat bereits an unterschiedlichen Schulen erfolgreich abgeschlossen. „In der Unterrichtspraxis sind wir damit sicher“, erklärt Friederike Böckmann.

Endlich geht’s los

Hinzu kommen als Klassenlehrer neben einer größeren Verantwortung nun unter anderem die Organisation von Elternabenden, die Leitung von Arbeitsgemeinschaften (AGs) und weitere Fächer. Fortmann beispielsweise hat Mathe und Sachunterricht an der Uni gehabt und wird nun auch Musik und Englisch lehren. „Da muss man sich erst einmal gut einarbeiten“, sagt die 25-Jährige.

Die drei jungen Frauen freuen sich auf ihren Berufsstart als voll ausgebildete Lehrerinnen. „Endlich geht es los“, sagt Lisa Gels, die wie Friederike Böckmann eine erste Klasse übernimmt. „Man kann den Kindern von Anfang an viel mitgeben und ihre Entwicklung prägen. Aber für uns ist das auch aufregend. Wir übernehmen große Verantwortung. Es ist quasi auch unsere Einschulung.“

Ideen aus dem Internet

Klar, dass sie gut vorbereitet sein wollen. Dafür haben die jungen Lehrerinnen viel gebastelt – um „ihren“ Klassenraum für die Schüler schön zu gestalten: Namensschilder, Geburtstagskalender oder einen magnetischen Stundenplan. „Viele Ideen haben wir uns von Blogs auf Instagram und Pinterest geholt“, erzählt Gels. Das sind soziale Onlineplattformen, auf denen Menschen Bilder, Ideen und Neuigkeiten austauschen. „Ich will noch eine Leseecke in meinem Klassenraum einrichten, mit gemütlichem Teppich und Kissen“, erzählt Böckmann. Und natürlich Büchern. Aber alles mit der Zeit. Fortmann konnte sich bei der Gestaltung ihres Klassenraumes austoben, da sie ihre Klasse in einem neu aufgestellten Container unterrichten wird.

Ausbildungsweg zum Lehramt

Das Lehramt erreicht man auf dem klassischen Weg über ein Studium an der Universität. Dort wählt man mindestens zwei Fächer aus, die man später unterrichten will. Das Studium ist in einen Bachelor und in einen Master gegliedert.

Das Referendariat schließt sich dem abgeschlossenen Studium an. Es dauert in der Regel 18 Monate und bereitet die Uniabsolventen praktisch auf ihren Beruf vor. Auch Seminare gehören dazu. Die Referendare unterrichten in dieser Zeit bereits an einer Schule und werden vor allem bezüglich ihres Unterrichts geprüft.

Bei Bestehen des Referendariats können die Absolventen als Lehrer arbeiten.

Darüber hinaus muss natürlich auch der Unterricht für die erste Zeit bedacht werden. Neben Onlinemedien hat den jungen Lehrerinnen auch die passende Literatur bei der Vorbereitung geholfen. Außerdem habe es Unterstützung von Kollegen gegeben. „Sie haben uns viele Hinweise gegeben, was alles zu beachten ist“, betont Gels. „Ein gutes Team.“ In der ersten Stunde an diesem Samstag wird natürlich noch nicht gelernt. Jeder bekommt erst einmal einen Platz und ein Namensschild, die Sprachlernpuppen Fu und Fara werden mit einer Geschichte vorgestellt, und es wird ein bisschen gemalt.

Auch die erste Woche wird langsam angegangen. „Die Kinder müssen erstmal lernen, längere Zeit auf ihrem Platz zu sitzen“, erklärt Gels. Da geht es um das Kennenlernen von Regeln, des Schulgeländes und der Mitschüler. Dann werden erste Zahlen und Buchstaben thematisiert. „Da sind die Schüler ganz gespannt drauf“, wissen die Lehrerinnen.

Klein und ländlich

Fortmann war der Ort Gehlenberg bekannt. Aber die Oldenburgerinnen? „Ich musste das googeln“, sagt Gels und lacht. Doch die jungen Frauen kommen schnell ins Schwärmen. „Super schön“, „kleine Schule im Ländlichen“, „kleines Kollegium“, sagen sie. In Gehlenberg haben sie wohl ihren perfekten Arbeitsplatz gefunden.

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