Hollen - Eine Woche lang standen in Hollen die Kinder im Blickpunkt: 29 Mädchen und Jungen, überwiegend aus Flüchtlingsfamilien, die auf dem Gelände des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) an die deutsche Sprache, vor allem aber auch die Gemeinschaft und Lebensweise ihres Gastgeberlandes, herangeführt wurden.

Am Sonnabend, beim Abschlussfest des Sprachferiencamps, richteten die Organisatoren den Blick aber auch auf die Eltern und Familien: Fast alle waren sie da. Dörte Lohrenz, Grundschulleiterin in Bookholzberg und eine der Initiatorinnen des Camps, war begeistert: „Dass so viele Familien kommen, zeigt deren Integrationswillen.“

Integration war – neben dem Spracherwerb – Ziel und Anspruch des einwöchigen Camps. Und das wurde erreicht: „Das soziale Miteinander war von Anfang an stark“, erkannte Bettina Schirdewahn, eine der beteiligten Lehrerinnen. „Alle, die hier mitmachten, haben das als eine Bereicherung empfunden“, sagte Martin Brinkmann vom gastgebenden RUZ bei der Begrüßung und sprach vom „Geist von Hollen“, der in die Region ausstrahlen möge.

Die Kinder aus acht Nationen, betonte Brinkmann, hätten „eine Menge gelernt.“ Das lag auch an der Auswahl der Teilnehmer durch die Schulen im Grundschulverbund der Gemeinde Ganderkesee: „Ein großer Teil der Kinder ist aus Flüchtlingsfamilien, die erst ein paar Wochen hier sind“, erklärte Dörte Lohrenz, „aber es waren auch welche dabei, die schon länger hier leben“ – und einige deutsche auch.

„Die Mischung war wichtig, damit die Kinder voneinander lernen können“, so Lohrenz. Und sie lernten schnell: „Die Verständigung klappte von Tag zu Tag besser“, stellte Etienne Sandau fest. Der Lehramtsstudent opferte für das Camp eine Woche Uni. „Das war es wert“, fand er.

Begeistert waren aber auch die Kinder: Abjol (7) aus Albanien gefiel das Fußballspielen am besten, Irona (7) aus dem Kosovo lernte bei der Schatzsuche im Wald Wörter wie „Geheimgang“ und „Schatzkarte“ und Walid (10) aus Syrien fand das Denkspiel „Eier, Butter, Käse“ am besten.

Was sie gelernt hatten, führten die Kinder ihren Eltern und Geschwistern sowie weiteren Gästen des Abschlussfestes am Sonnabend vor. Unter der musikalischen Leitung von Christa Bestenbostel wurden Lieder vorgetragen und kurze Sätze gelesen. Und am Ende sangen alle Kinder lauthals mit: „Hip, hop – Schule ist top!“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)