Ganderkesee - „Wir nutzen alle freien Kapazitäten“, sagen Schulleiter Frank von der Aa und seine Stellvertreterin Anke Brunken-Krey. Erst kürzlich wurde der Abstellraum zu einem Gruppenraum umfunktioniert. Ein Schrank mit Unterrichtsmaterialien dient als Raumteiler. Kleingruppenarbeit findet sogar hinter einer Glasvitrine in der Aula statt. Die Lehrer nennen es schlicht „das Aquarium“.

Keine Frage: In der Grundschule Dürerstraße mit seinen aktuell 292 Schülerinnen und Schülern herrscht akute Raumnot. Davon ist auch die CDU-Ratsfraktion überzeugt, die sich am Montag vor Ort informiert. Fraktionschef Dietmar Mietrach staunt gar über die abgegriffenen Schränke, die seit dem Bezug der Schule im Jahr 1979 an Ort und Stelle stehen. Damals war das 45 Quadratmeter große Lehrerzimmer für maximal 15 Lehrkräfte ausgelegt, erklärt Von der Aa. Heute seien hier täglich rund 40 – neben den Lehrkräften auch Pädagogische Mitarbeiter, Sozialpädagogen, Integrationshelfer, Fachkräfte für Sprachförderung und Studenten. Dabei stehen nur 20 Stühle hier.

Das Elternsprechzimmer sei gleichzeitig Krankenzimmer. Darüber hinaus gibt es hier Arbeitsplätze für Lehrer und die Schulsozialarbeiter. Vertrauliche Gespräche könnten hier nur schwer stattfinden, so Von der Aa. Und wenn die „Waldklasse“ witterungsbedingt im Haus ist, müssen Förderkräfte und Schüler den Raum E7 frei machen.

Wegen des massiven Platzproblems hat die Schulleitung einen Antrag bei der Bürgermeisterin auf Erweiterung gestellt. Schule habe sich stark verändert. Gearbeitet werde zunehmend in Kleingruppen – vor allem im Rahmen der Inklusion. Um die akute Platznot zu lösen, regt die Schulleitung an, das Lehrerzimmer zu erweitern. Der bisherige PC-Raum am Haupteingang solle mit einer Wand geteilt werden, damit hier zwei Arbeitsräume entstehen. Zudem sei ein Anbau am Raum E7, Richtung Jahn­straße, denkbar. Der Schulausschuss berät über den Antrag in der Sitzung am Mittwoch, 20. April (Beginn: 18 Uhr, Rathaus).

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent