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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Risikoberufe: Arbeit voller Respekt vor Höhe

02.01.2021

Gelsenkirchen /Leipzig Es ist 8 Uhr morgens, draußen ist es grau und kalt. Zwei große Vans der Firma 3ker-ras-group kommen auf dem Parkplatz des Sportparadieses in Gelsenkirchen an. Der 45-jährige Rene Bötel aus Köln und der 29-jährige Manuel Driller aus Dortmund steigen aus ihren Autos. Heute ist ihr Einsatzort das Freizeitzentrum in Gelsenkirchen, das alljährlich gewartet wird. Schallschutzelemente an der Decke sollen getauscht werden.

Um diese schwer erreichbaren Elemente zu reparieren, kann kein Gerüst aufgestellt werden – es braucht Industriekletterer.

Bötel und Driller bringen ihr schweres Equipment nach drinnen. Die Schallschutzelemente befinden sich nicht so hoch wie sonst häufig, dafür sind sie schwer zugänglich. In den meisten Fällen sind die Kletterer im Freien im Einsatz.

Sicherheit ist alles

Manuel Driller klettert seit er 14 Jahre alt ist und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der Tischler hat eine Zusatzausbildung zum Industriekletterer. Jetzt schnallt er sich seinen Gurt mit Karabinern, Seilen, Trägerklemmen, Sicherungsgerät, Abseilgerät und Erste-Hilfe-Tasche um.

Bötel, mit einer Ausbildung zum aufsichtsführenden Höhenarbeiter, bleibt heute meist am Boden. Er schaut, von wo aus der Einstieg in die „Struktur“ am besten ist. Nichtsdestotrotz zieht er ebenfalls seine volle Ausrüstung an. Gewappnet für den „Fall der Fälle“ – die Rettung seines Kollegen. „Immer im Hinterkopf ist das Hänge-Trauma“, sagt Driller.

Wer nach einem Absturz länger im Gurt hängt, kann bewusstlos werden. Je mehr Zeit vergeht, desto wahrscheinlicher wird eine Durchblutungsstörung. Man hat 15 Minuten Zeit, den Partner zu retten und wieder auf dem Boden zu sein, sagt Bötel.

Nicht nur deshalb arbeiten Industrie- und Fassadenkletterer immer mindestens im Zweierteam. Bötel sucht nach dem am leichtesten zugänglichen Punkt zum Einstieg. Die notwendigen Seile werden am ersten Stahlträger befestigt und Driller beginnt seine Klettertour.

Um an die defekten Schallschutzelemente zu gelangen, befestigt er die Seile immer wieder aufs Neue mithilfe von Trägerklemmen. Es ist ein aufwendiges Unterfangen, große Achtsamkeit und Umgang mit den Geräten ist Pflicht.

Der Weg

Die „Seilzugangstechnik“ ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Man erlangt diese Zusatzqualifikationen zum Industriekletterer durch Schulungen bei anerkannten Verbänden, erklärt Kerstin Finger von der „3ker-ras-group“. Dazu muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Das Zertifikat zum Industriekletterer umfasst drei Kurse mit steigenden Schwierigkeitsgraden.

Das beginnt beim Level-1-Kurs mit den Grundlagen von Auf- und Abstieg. Material- und Knotenkunde gehört dem Berufskletterzentrum Potsdam zufolge ebenso zum Lehrgang wie die Standardrettungstechniken. Mit Level 2 wird der Aufbaukurs für Höhenarbeiter gekennzeichnet. Die höchste Qualifikationsstufe, Level 3, richtet sich an erfahrene Seiltechniker, die Führungsaufgaben oder die Leitung auf einer Baustelle übernehmen, auch mit Planung.

Allein die Zertifizierungsstelle des Fach- und Interessenverbandes für seilunterstützte Arbeitstechniken (FISAT) führt jährlich etwa 600 Veranstaltungen durch, erklärt Sven Drangeid, Leiter der Geschäftsstelle des Fachverbands in Leipzig.

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