Harpstedt - Der Name an der Tür ist neu, der Raum der alte. Und auch im Inneren des Büros im Schulzentrum ist vieles noch unverändert. Der Schreibtisch steht am alten Platz, Unterlagenstapel warten auf Sichtung. Da bleibt bisher wenig Zeit für persönliche Umgestaltung: „Änderungen werde ich vornehmen“, sagt Peter Bilski, der Anfang August die Nachfolge von Wolfgang Bleyer als Schulleiter antrat: „Aber erst mal werd’ ich die Stapel wegarbeiten.“
Ein Ansatz, der ein Stück weit auch seine Herangehensweise an die Aufgabe als Rektor der Haupt- und Realschule widerspiegelt. Auf neue Ideen für die Schule will sich der 59-jährige Pädagoge noch nicht festlegen lassen – vielmehr „erst mal gucken, wie hier gearbeitet wird“. Und: „Wenn ich mich eingearbeitet habe, werden wir die Zukunft der Schule mit allen Beteiligten gemeinsam weiter gestalten.“ Wichtig ist ihm „die Mitwirkung aller Beteiligten“, sprich: Eltern, Schüler, Schulvorstand, Schulträger. Überstürzt alte Zöpfe abzuschneiden, ist Bilskis Sache nicht, er setzt auf behutsame Entwicklung. Zumal vieles in Harpstedt aus seiner Sicht „gut läuft“; gerade auch, dass die Schule „stark nach außen geht durchs Leitbild, aber auch durch Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern“, gefällt ihm: „Harpstedt ist eine tolle Schule mit dem Programm und den engagierten Kollegen.“
Mit einigen aus dem Kollegium hat der neue Rektor bereits bei der Vorbereitung fürs Schuljahr gut zusammengearbeitet, wie er erzählt. Ebenso mit Vorgänger Bleyer, mit dem er im Juli die Schulübergabe einleitete. Zudem stellte er sich in der Abschlusskonferenz vor den Ferien vor. „So war’s kein Einschnitt, sondern ein guter Übergang.“ Positiv sieht der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder auch, dass ihm mit Ute Hegen, die kommissarisch die Konrektorenaufgabe übernehme, eine erfahrene Kollegin zur Seite stehe: „Die Unterstützung braucht man.“
Erfahrung in der Schulleitung bringt Bilski selbst mit: Vier Jahre leitete er zuletzt bis Ende Juni die Grundschule an der Deutschen Schule in Madrid, zuvor war er an Schulen in Ostfriesland tätig. Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe hatte er verschiedene Angebote im Großraum Oldenburg-Bremen sondiert – und „mit jedem Schritt verfestigte sich Harpstedt mehr“. Zum 1. Oktober will er nun auch privat sein neues Zuhause im Flecken beziehen; momentan lebt die Familie noch übergangsweise in Dötlingen.
Den ersten Schultag hatte der 59-Jährige schon am Montag, tags darauf folgten die Begrüßung der 5. Klassen und ei-ne Vorstellung bei der Schülerschaft. Auch die erste Konferenz hat Bilski hinter sich. „Der Alltag ist voll da.“ Dazu gehören neben umfangreichen Verwaltungsaufgaben auch eigener Unterricht (er ist Lehrer für Deutsch und Sport) und ein eigenes Ganztagsangebot mit Freizeitsportarten.
Sport ist auch privat das Hobby des Schulleiters: laufen, schwimmen, radeln. Und: Über den Sport und eine Tätigkeit als Übungsleiter und später Turn- und Sportlehrer entdeckte Bilski einst auch den Spaß an der Unterrichtung. Über den zweiten Bildungsweg kam der ausgebildete Kfz-Mechaniker so nach anschließendem Studium zum Lehrerberuf. „Ich arbeite gern mit jungen Leuten.“
