Oldenburg - Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen des Gymnasiums Eversten (GEO) haben ein Projekt zur Flüchtlingshilfe initiiert. Unterstützt von mehreren Lehrkräften treffen sich jetzt jeden Dienstag von 13.30 bis 15 Uhr auf freiwilliger Basis Neunt- und Zehntklässler am GEO mit Sprachlernschülern aus der Nachbarschule, der Oberschule Eversten. Die Gymnasiasten unterstützen Flüchtlingskinder bei den Hausaufgaben, spielen mit ihnen zusammen Karten und machen gemeinsam Sport. „Ganz nebenbei wird so auch die deutsche Sprache trainiert. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration“, freut sich GEO-Schulleiter Andreas Jacob über das Engagement seiner Schüler.
Ideen, wie man einen Beitrag zur Unterstützung der Flüchtlinge leisten könnte, waren bereits unter der Regie von Schulsozialpädagogin Imke Helfers vor den Herbstferien entwickelt worden. Als im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend erwies sich der Gedanke, ausländische Schüler aus den beiden Sprachlernklassen der Oberschule, die über nur geringe oder teilweise gar keine Englisch- oder Deutschkenntnisse verfügen, willkommen zu heißen und ihnen den Einstieg zu erleichtern.
Das Auftakttreffen verlief „grandios“, bilanzierte Hanna Gesang aus der Klasse 9b als eine der beteiligten GEO-Schülerinnen. „Wir verständigten uns zwar viel mit Händen und Füßen und waren am Anfang noch ziemlich verkrampft, aber bald hatten sich alle entspannt, und es wurde ein richtig schöner Nachmittag“, berichtete sie über das erste Treffen. Alle seien sich einig gewesen, dass daraus eine regelmäßige Aktion werden sollte.
Rektor Andreas Jacob möchte dem Projekt über eine AG künftig eine feste Struktur geben. Mit dem Thema Flüchtlinge werde man sich am GEO möglicherweise noch mehr beschäftigen, wenn die Stadt mit dem konkreten Anliegen an das Gymnasium herantrete, auch dort eine Sprachlernklasse einzurichten, kündigt Jacob in einem Rundbrief an.
Auf dem Gelände zwischen der Konradstraße und dem Schulzentrum Eversten sollen ab dem 1. Februar 2016 etwa 80 Flüchtlinge in Wohnmodulen untergebracht werden (die NWZ berichtete). Das GEO will den neuen Nachbarn helfen – „welche Hilfen konkret benötigt werden, erfahren wir, wenn die ersten Bewohner vor Ort sind“, so Jacob.
