Apen - Nach geraumer Zeit wollen sich die politischen Gremien der Gemeinde Apen jetzt wieder intensiv mit dem Angebot einer Integrierten Gesamtschule (IGS) beschäftigen. Nachdem vor einigen Jahren ein Vorstoß zur Ansiedlung einer privaten Gesamtschule gescheitert war und die Zahlen für eine Umwandlung der Schule in Augustfehn nicht ausreichten, war das Thema dennoch nicht vom Tisch. Auch der Vorstand der Oberschule Apen-Augustfehn hatte sich vor einem Jahr offiziell für eine Umwandlung ausgesprochen. Jetzt gibt es im benachbarten Barßel Bestrebungen, hier künftig eine IGS anbieten zu wollen – ein Wunsch, der Auswirkungen auf die Gemeinde Apen haben würde. Denn mit einer „Abwanderung“ der Schüler und damit einer Schwächung des Schulstandorts Apen/Augustfehn sei zu rechnen, fürchten die Kommunalpolitiker.

Wie im Schulausschuss am Dienstagnachmittag deutlich wurde, sind in der Nachbargemeinde die Voraussetzungen für eine IGS besser. „Barßel kann von den Schülerzahlen her eine Vierzügigkeit gewährleisten, Apen kann das nicht“, rechnete Doris Siefert von der Gemeindeverwaltung vor. Zwar gebe es Ausnahmeregelungen, doch ob damit der Standort Apen/Augustfehn eine Chance habe, sei nicht klar, zumal bei einer IGS auch ein vielfältiges Unterrichtsangebot vorgehalten werden müsse.

Wie die Diskussion zeigte, besteht in der Gemeinde Apen gleichzeitig aber die Sorge, die Chance auf eine Umwandlung in eine IGS zu verpassen. Werde erst in unmittelbarer Nachbarschaft eine IGS eröffnet, habe die Gemeinde Apen keine Möglichkeit mehr, diese Idee umzusetzen. Denn das Regelwerk sieht unter anderem vor, dass eine ausnahmsweise dreizügig geführte Gesamtschule nur eingeführt werden darf, wenn eine andere Gesamtschule unter zumutbaren Bedingungen nicht erreichbar ist.

Der Ausschuss beauftragte nun einstimmig die Gemeindeverwaltung, bis zur nicht öffentlichen Verwaltungsausschusssitzung am 12. November die Rahmenbedingungen für eine IGS auszuloten. So soll der Personalbedarf und die Ausstattung geklärt werden sowie die zu erwartenden Kosten. Auch Organisatorisches soll bis dahin beantwortet werden, darunter auch die grundsätzliche Frage an die Landesschulbehörde, ob eine Umwandlung der Oberschule Augustfehn überhaupt möglich wäre. Falls ja, soll unverzüglich eine umfassende Elternbefragung erfolgen.

Mit Skepsis verfolgten Vertreter aus der benachbarten Stadtgemeinde Westerstede diese Pläne, wie Schuldezernentin Heidrun Hamjediers als Gast der Sitzung deutlich machte. „Wenn Apen eine IGS hätte, würde das Auswirkungen auf Westerstede haben. Wir sehen das eher mit einem weinenden Auge. Denn dann hätten auch Eltern aus Westerstede die Möglichkeit, ihre Kinder nach Apen zu schicken. Wir möchten lieber das gymnasiale Angebot in jetziger Qualität fortführen und beobachten deshalb diese Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit.“ Die Sorge, dass Apen bei sinkenden Schülerzahlen auf die Außenstelle des Gymnasiums verzichten müsse, teilte sie eher nicht. „Wir würden als erstes wieder Container am Standort Westerstede abbauen. Hier gibt es großen Raumbedarf.“

In der Runde sprach der Ausschuss auch über die Ergebnisse der Schulbereisung. Dabei waren keine gravierenden Mängel aufgefallen. Viel Lob gab es dagegen für die schön gestalteten Sanitäranlagen der Grundschule Apen. Verbaut wurden bemalte Fliesen, die bei der Kinder- und Jugendkunstmesse „ApArt“ entstanden waren.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede