Friesoythe - Leben, Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die in unserer modernen Gesellschaft immer offener diskutiert werden. Doch nicht alle Menschen wollen oder können sich darauf einlassen. Darum soll Jugendlichen auch in den Schulen ein sensibler Umgang mit diesem Thema vermittelt werden.
Der ambulante Hospizdienst begleitet daher seit Jahren die wiederkehrende Projektwoche „Den Tagen mehr Leben geben“ der Klasse BFH-R an den Berufsbildenden Schulen Friesoythe am Standort Scheefenkamp. Eine Woche lang wurden auch diesmal die verschiedenen Aspekte der Hospizarbeit beleuchtet. Besprochen wurden unter anderem der Ursprung der Hospizbewegung, Sterben, Tod und die Hoffnung auf ein Leben danach, aber auch praktische Themen wie Essen und Trinken am Lebensende. Ergänzende Filme und Literatur erleichterten das Einfühlen in diese besondere Situation.
Die 26 Schüler der Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz bekamen zudem einen Einblick in die Hospizarbeit in Friesoythe. Gerda Spieker, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, und ihr Team erarbeiteten mit den Schüler in Kleingruppen Themen wie Kinderhospizarbeit und Einsatz von Familienbegleitern, stillgeborene Kinder und der Besuch von deren Grabstätte auf dem Friesoyther Friedhof sowie Trauerarbeit bei Kindern und Erwachsenen.
Obwohl die Schüler soziale Berufe wie Heilerziehungspflege oder Gesundheits- und Krankenpflege anstreben, war es für die meisten von ihnen das erste Mal, dass sich sich mit diesem Themenkreis auseinandersetzten. Eine Schülerin sagte dazu: „Es kamen sehr viele Erinnerungen bei mir hoch, aber ich fand es gut, ruhig mal zu weinen und mit jemandem darüber zu sprechen.“ Ein andere Reaktion lautete: „Diese Woche werde ich so schnell nicht vergessen.“ Viele Mitschüler stimmten da zu.
Die Jugendlichen bedankten sich beim ambulanten Hospizdienst für die Unterstützung dieser eindrucksvollen und lehrreichen Projektwoche.
