Sande/Oldenburg - Glückliches Ende einer Stellensuche: Bahattin Aslan, bisher Referendar an der Oberschule Varel, wird künftig an der Oberschule Sande unterrichten. „Ich bin sehr gespannt“, sagt der 36-Jährige.
Sein „erster“ Schultag wird am Montag, 19. August, sein. Aslan übernimmt eine Stelle als Vertretungskraft, die zunächst auf ein Schulhalbjahr befristet ist. „Möglicherweise kann es danach ja weitergehen“, hofft der Lehrer, den vor einem Jahr die NWZ -Leser und eine prominent besetzte Jury zum Oldenburger des Jahres gewählt hatten.
Mit 17 nach Deutschland
Sein Referendariat in Varel endete im Juni – dort hätte man ihn gerne behalten (die NWZ berichtete). Auch die Schulbehörde beim Landkreis hatte sich dafür eingesetzt, Aslan als Lehrer in Friesland zu halten. „Meine Fächerkombination Politik, Geschichte, Erdkunde und Wirtschaft kommt an der Oberschule Sande gut zur Geltung und ich kann die Schule bezüglich der Elternarbeit mitgestalten“, freut sich Aslan bereits auf seine künftige Schule: „Ich wurde von der Schulleitung der Oberschule Sande ganz herzlich aufgenommen.“ Er sei sehr gespannt, wie er sich zurechtfinden werde. Er habe sich gewünscht, an einer Schule, die von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besucht wird, zu arbeiten. Denn dort könne er seinen kulturellen Hintergrund gut einbringen.
Der im Südosten der Türkei geborene Aslan kam im Alter von 17 Jahren als politisch Verfolgter nach Deutschland. Nach einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker holte der Kurde am Oldenburg-Kolleg sein Abitur nach. Schon damals und später während des Studiums und des Referendariats zeigte sich sein umfangreiches soziales Engagement.
Verständigung wichtig
So war er im Studium Anti-Rassismusreferent an der Uni Oldenburg, war Vorsitzender des Stadtjugendrings, kümmerte sich als Bildungspate um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Er gibt Integrationskurse, ist Mitglied des Integrationsausschusses Oldenburg und arbeitet als Vertrauensperson bei der Initiative Studienkompass der Stiftung der Deutschen Wirtschaft mit.
An der Oberschule Varel organisierte er unter anderem ein Migrantenfrühstück, bei dem Eltern mit Migrationshintergrund und deutsche Eltern ins Gespräch kamen. Sich zu engagieren sei wichtig, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der man sich wohlfühle. Verständigung zwischen den Kulturen liegt ihm daher besonders am Herzen.
