GRABSTEDE - „Die Menschen zeigen immer mehr Interesse an ihrer Gesundheit, viele sind nicht unberührt geblieben von all den Horrornachrichten über Fleischskandale. Man ist immer mehr verunsichert, jeden Tag gibt es andere Tipps zum Gesundbleiben oder Gesundwerden. Häufig widersprechen sie sich grundlegend.“ Die das sagt, ist eine Fachfrau aus eigenem Antrieb, Gisela Kremers, Lehrerin im Ruhestand, die sich selbst ausgehend von der Lehre der vitalstoffreichen Vollwertkost nach Max Otto Bruker zur Gesundheitsberaterin ausgebildet hat. Jetzt will sie ihr Wissen weitergeben.
Als Lehrerin hatte sie immer gestört, wie mangelhaft die Ernährung der Schüler abläuft: „Die kommen morgens ohne Frühstücksbrot, mittags essen sie Fastfood, das war es.“ Ganz privat hatte sie die Sichtweise Brukers studiert: „Das hat mich total überzeugt, vor allem, weil die Kurse in Lahnstein ganz frei von kommerziellen Interessen waren.“ Gisela Kremers schulte noch einmal um und legte die Gesellenprüfung zur Hauswirtschafterin ab.
In ärztlichen Beratungen, so Gisela Kremers, werde viel Prophylaxe betrieben: „Bei diesen Vorsorgeuntersuchungen handelt es sich eigentlich um die Früherkennung bereits bestehender Krankheiten. Über echte Vorsorge erfahrt man normalerweise nichts, weil auch den meisten Medizinern die wahren Ursachen der enorm anwachsenden Zivilisationskrankheiten nicht bekannt sind.“ Dabei gebe es viele gesicherte Untersuchungen mit dem Ergebnis, dass diese Krankheiten hauptsächlich entstehen, „weil dem Körper durch vorgefertigte, denaturierte Nahrung wichtige Vitamine, Mineral- und Vitalstoffe fehlen.“ Diese Nahrungsmittel seien aber trotz gegenteiliger Werbung nicht mit „Nahrungsergänzungsstoffen“ aufzupeppen.
Immer mehr würden Informationen zur sogenannten gesunden Ernährung durch die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie gesteuert: „Hier ist ein riesiger einträglicher Markt entstanden, Ergänzungsmittel verzeichnen jährlich hohe Zuwachsraten. Wir sollen in totaler Abhängigkeit gehaltene Verbraucher werden. Uns wird dauernd erzählt, dass selbst hergestellte Nahrung nie so gut und sauber sein kann wie fabrikatorisch hergestellte. Nahrungszubereitung sei für den modernen Menschen auch zu zeitaufwändig, für Hausfrauen sogar eine unterwertige Beschäftigung“.
Gisela Kremers hält dagegen: „Ich möchte interessierten, aber verunsicherten Menschen ihr Selbstbewusstsein für die Auswahl und Zubereitung gesunder Mahlzeiten zurückgeben. Dabei zeige ich, dass diese Zubereitung durch geschickte Planung auch zeitlich und finanziell gut zu bewältigen ist. Ich möchte mit der vitalstoffreichen Vollwertkost zu genussvollem Essen ohne schlechtes Gewissen verführen.“ Jeder könne erleben, wie vielseitig und raffiniert gesundes Essen aus frischen, heimischen, saisonalen Produkten sein kann. Gisela Kremers (Tel. 04452/8757) hält Vorträge im Programm der Volkshochschule in Varel und Bockhorn und bietet einen Kochkursus an mit dem Titel: „Wellness und Gesundheit beginnen auf dem Teller“.
„so natürlich wie möglich“
