GRABSTEDE - Ganz gespannt verfolgten die Kinder in der Grundschule Grabstede eine Vorstellung alter Handwerksarbeiten. „Wo kommen Stoffe eigentlich her?“ Das war das Thema im Rahmen des Textilunterrichts. Gunda Kleinschmidt und Ralf Hilbers von der Spinnkoppel des Heimatvereins Neuenburg demonstrierten die Herstellung von Wolle und Leinenstoffen, Anne Klusmann hatte die Aktion organisiert.
Wie immer ist es gut, wenn die Schüler selber etwas tun können, und so war es auch hier. Jeder Junge, jedes Mädchen bekam von Gunda Kleinschmidt eine Handspindel, und dann wurden kräftig Fäden aus Wollknäueln gesponnen.
Nach Neustadtgödens Gunda Kleinschmidt lud die Kinder ein, dienstags nach Neustadtgödens zu kommen: „Einmal im Monat biete ich Spinnkurse an; die sind auch für Jüngere geeignet, die vielleicht ihre Freude an dieser alten Technik entdecken.“
Alte Technik bewahren: Das ist auch das Anliegen von Ralf Hilbers. Auch er vermittelte sehr anschaulich, wie alte Herstellungsweisen funktionieren.
Getrocknet und gerauft
Aus den Flachspflanzen werden Leinsamen gewonnen, die Stängel werden in Wasser gelegt, um zu rotten, sie werden getrocknet, gerauft, geschlagen und mit Kämmen gehechelt. Immer feiner werden die Fasern, bis sie ebenfalls mit Spindeln zu Fäden verbunden werden, aus denen dann der Leinenstoff gewoben wird. Die Doppelbezeichnung kommt daher, dass Flachs lateinisch als linum bezeichnet wird, daraus entstand der Name Leinen.
Der alte Flachsbrecher, den Hilbers in der Klasse aufstellte und den die Schüler selbst bedienen durften, war kaum einen Meter hoch.
Richtige Antwort
„Warum ist der so niedrig“, wollte Hilbers wissen. Ein Junge kam schnell auf die richtige Antwort: „Das war früher eine Arbeit für Kinder.“Und die Schüler wussten sogar noch mehr: „Aus welchem Märchen stammt der Satz: Stroh zu Gold spinnen?“ Na, klar, aus Rumpelstilzchen. Hilbers: „Guter Flachs war früher so wertvoll wie Gold.“
Mehr Infos unter www.heimatverein-neuenburg.de
