Bösel - Im Flur der St.-Martin-Grundschule stehen Körbe voller Obst aus dem Schulobstprogramm. Eigentlich sollte das an die Schüler verteilt werden – sollte. Denn die derzeit grassierende Grippewelle hat jetzt auch in der St.-Martin-Grundschule Bösel zugeschlagen. „Die Hälfte der Kollegen ist krank“, berichtete die Rektorin der Grundschule, Rita Schorling, am Dienstag auf NWZ -Nachfrage.
Am Montag hatte sich die Situation zugespitzt. Die Rektorin musste drei Klassen zusammen unterrichten – 75 Schüler insgesamt – weil Lehrer mit Grippe ausfielen. Daraufhin zog die Schulleitung die Reißleine und schloss die Schule.
Eltern wurden per Brief und auf der Webseite über den erhöhten Krankenstand im Kollegium informiert und gebeten, ihre Kinder – falls möglich – Zuhause zu lassen. Eine Betreuung wurde aufrecht erhalten, regulärer Unterricht sei aber unter den Umständen nicht möglich, so Rita Schorling. Durch die Betreuung wird gewährleistet, dass berufstätige Eltern ihre Kinder versorgt wissen.
Von den 16 Kollegen an der Grundschule hatten sich – Stand Dienstag – acht wegen der Grippe krank gemeldet, jeweils drei in den Jahrgängen zwei und drei. Vorsorglich hat die Schulleitung den Unterrichtsausfall bis zum Ende der Woche festgesetzt, weil bis dahin der Großteil der Krankmeldungen laufe. „Wir hoffen, dass wir in der kommenden Wochen wieder regulär unterrichten können“, sagte Rita Schorling.
Die komplette Schule wegen einer Grippe schließen zu müssen – das sei ihr, Schorling, auch noch nicht passiert.
Am Dienstagvormittag kamen rund 30 Kinder von den mehr als 300 Schülern der St.-Martin-Grundschule in die Betreuung. Sie werden am Vormittag betreut, ein wenig wird Unterrichtsstoff wiederholt und es gibt Förderunterricht. Neuer Stoff aber wird nicht durchgenommen. Auch bei den Kindern gebe es viele krankheitsbedingte Ausfälle, so Schorling.
In der kommenden Woche laufe der Unterricht hoffentlich wieder regulär, so Schorling. Am Donnerstag findet nämlich eine Autorenlesung für die zweiten und dritten Klassen statt.
Die Extra-Portion Vitamine aus dem Schulobst erhalten die Kinder dann in der nächsten Woche. „Das hält sich so lange“, meint die Rektorin. „Die Vitamine können sie dann gut gebrauchen.“
