GRISTEDE/HELLE - „Schulze“ wird auf dem Weg zum Hundeübungsplatz von Thomas Watermann in Gristede richtig wach. Der Pudelpointer ist dort ausgebildet worden und hat gerade bei der „VGP“ beim Jagdgebrauchshundeverein Garrel ein Traumergebnis erzielt. Diese „Meisterprüfung“ für Jagdhunde hat „Schulze“ inklusive eines Küranteils mit 344 von 348 möglichen Punkten absolviert – ein Ergebnis, das in dieser Kombination wohl nur um die zehn Hunde pro Jahr in ganz Deutschland erreichen, erklärt Watermann.
Christel Müller aus Helle, der „Schulze“ gehört“, besitzt seit einem Jahr den Jagdschein und benötigte einen Jagdhund. Demnächst wird „Schulze“, der eigentlich „Aron von der Wiechenburg“ heißt, seinen ersten echten Einsatz haben – mit Christel Müller. Bei der Prüfung in Garrel war Thomas Watermann an „Schulzes“ Seite und hat den Hund zum Sieg geführt. „Dafür fehlt mir noch die Erfahrung“, sagt die Jägerin, die denn auch nicht in Garrel dabei sein durfte. „Das hätte den Hund nur abgelenkt“, weiß Watermann, der mit dem Tier an zwei Tagen die Bereiche Wald-, Wasser- und Feldarbeit sowie Gehorsamsübungen absolvieren musste. Mit der Kür „Totverweisen“ lieferte „Schulze“ zudem noch ein Extra besonders gut ab, berichtet Ausbilder Watermann. Dabei muss der Hund totes Wild aufspüren, ein ihm umgehängtes „Bringsel“ in die Schnauze nehmen und so zurück zum Hundeführer kommen. Der sieht dann, dass der Hund das Wild gefunden hat. Dann muss der Hund ihn dorthin bringen.
Die Entwicklung „Schulzes“ ist umso erstaunlicher, als Christel Müller den Hund im Alter von bereits zehn Monaten bekam. „Er war überaus scheu“, erinnert sich Watermann.
Der Gristeder Forstwirt, der seine Hundeschule seit fünf Jahren als Nebengewerbe betreibt, ist selbst Jäger im Hegering Wiefelstede – und bildet auch Hunde für den Alltag aus. „Das macht gut die Hälfte aller Fälle aus“, weiß der Hundekenner, dessen Schule nach seinen Angaben die einzige im Ammerland ist, die Jagdhunde ausbildet. Das tun sonst im Kreis nur die Hundeobleute der Hegeringe. Ausgebildet hat er auch Christel Müller, damit sie weiß, wie sie mit „Schulze“ umzugehen hat.
„Schulzes“ Wert ist mit der Prüfung kräftig gestiegen – sicherlich auch für die Zucht. „Verkaufen werde ich ihn aber auf keinen Fall“, stellt Christel Müller sofort klar.
