Oldenburg - Kuniko Numazakis Art kommt bei ihren Schülern gut an. Wenn die Japanerin in den Pausen durch die Gänge des Herbartgymnasiums geht, schafft sie es kaum einen Meter zurückzulegen, ohne angesprochen zu werden. Sprüche, wie „Ich freue mich schon auf die Stunde morgen“ hört sie oft.
Die 58-Jährige unterrichtet die Jugendlichen im Fach Japanisch und Politik. Rund 60 Schüler, die Japanisch ab der siebten Klasse als dritte Fremdsprache gewählt haben, kommen pro Woche in ihren Unterricht. Für Numazaki, die 40 Kilometer nördlich von Tokio in der Präfektur Saitama aufgewachsen ist, ist das kein Problem: „Die Schüler sind richtig motiviert. Es macht Spaß mit ihnen zu arbeiten.“
Seit dem Februar 2009 ist die Lehrerin nun in Oldenburg tätig. Sie tritt dabei in die großen Fußstapfen von Takayoshi Yamaguchi, der das Angebot am Herbart-Gymnasium etablierte. „Herr Yamaguchi ist hier eine bekannte Persönlichkeit. Am Anfang war ein gewisser Druck dabei. Aber ich habe keine Angst vor seinen großen Fußstapfen und lehre die Schüler mit meinem eigenen Stil.“
Der Kontakt nach Oldenburg und zu Yamaguchi wurde über das Institut der Japanologie in Köln hergestellt, bei dem die 58-Jährige von 2005 bis 2008 arbeitete. „In Oldenburg wurde die Stelle von Herrn Yamaguchi frei. Da habe ich nicht lange gezögert“, erinnert sich Numazaki.
Die Entscheidung nach Oldenburg zu ziehen, hat die Japanerin, die seit vier Jahren im Oldenburgischen Schlossorchester als Violoncellistin spielt, bisher nicht bereut. Vor allem die gute Erreichbarkeit mit dem Fahrrad gefällt ihr im Vergleich zu ihrer japanischen Heimat sehr gut.
„Mittlerweile erkenne ich aber viele Gemeinsamkeiten zwischen meiner Heimat und Deutschland. Die Sprache und das Wetter waren am Anfang aber schon gewöhnungsbedürftig“, sagt die Lehrerin.
Mindestens zweimal im Jahr kehrt die 58-Jährige in ihre Heimat zurück, dazu kommt die Studienreise zur japanischen Partnerschule Takarazuka in der Nähe von Osaka, die alle zwei Jahre stattfindet. Nun freut sie sich aber erst einmal auf eine besondere Zeit in Deutschland: Die Weihnachtszeit. Das sei immer etwas besondere, besonders die Weihnachtsmärkte hätten es ihr angetan. „Dort kann ich sogar das schlechte Wetter vergessen“, sagt Kuniko Numazaki und lacht.
