Großenkneten - Auf sein Recht pocht bekanntlich jeder gerne. Doch welche Rechte haben eigentlich Kinder? Mit dieser Frage haben sich Grundschulkinder aus Ahlhorn, Großenkneten, Huntlosen und Sage beschäftigt. Ihre Ergebnisse stehen seit Dienstag bis Freitag, 30. November, im Foyer des Rathauses Großenkneten, Markt 1.

Organisiert wurde das gemeinsame Projekt von den Schulsozialarbeiterinnen der Grundschulen Kristin Brook, Lina Gerold und Sanja Souto in den Streitschlichter-Arbeitsgemeinschaften und im Rahmen des Unterrichts der 4. Klasse. Bei der Eröffnung durch Bürgermeister Thorsten Schmidtke waren die zwölf jungen Aussteller sichtlich aufgeregt und gespannt darauf, ihre Themen vorzustellen. „Kinderrechte spielen in der Politik, aber auch für uns eine ganz große Rolle“, betonte Schmidtke.

Die Kinder präsentierten ihre Ergebnisse auf Plakaten, indem sie zu Beginn verschiedene Rechte vorlasen. Diese bezogen sich auf Gesundheit, Bildung oder auch eine gewaltfreie Erziehung und Privatsphäre. Selbstverständlichkeiten dürften die meisten denken, jedoch wisse nicht jedes Kind über seine Rechte Bescheid. Und nicht jedes Kind habe in jedem Land das gleiche Recht, betonte Schmidtke und wies darauf hin, das Recht in jedem Land anders umgesetzt wird. Die Kinder sollten auch ihr eigenes Verständnis von Recht zum Ausdruck bringen, so Schulsozialberaterin Lina Gerold.

Besonders erschreckend fand der neunjährige Leandro, dass erst im Jahr 2000 gesetzlich festgelegt worden ist, dass Eltern ihre Kindern nicht mehr schlagen dürfen. „Über vieles wusste ich nicht genug Bescheid“, meinte der Ahlhorner, der in der Grundschule als Streitschlichter aktiv ist.

Auch die zehnjährigen Nika und Mia arbeiten als Streitschlichter. Sie setzten sich mit dem Thema Gleichberechtigung an Schulen auseinander und testeten aus, wie es ist, Rollstuhlfahrer zu sein. Ihr Fazit: „Als Rollstuhlfahrer hat man es nicht leicht an der Schule.“ Von einem Schüler seien sie sogar beleidigt worden. Wirklich gut fänden die beiden daher Inklusion, „da alle miteinander arbeiten können und niemand ausgeschlossen wird.“

Weitere Gruppen setzten sich mit Rechten in Kriegsländern, mit Individualität oder Verhalten in der Familie auseinander. „Bei einer Umfrage gaben vier von zwölf Kindern an, dass sie es als normal empfinden würden, einen Klaps von den Eltern zu bekommen, wenn sie etwas falsch gemacht hätten“, sagte Gleichstellungsbeauftragte Antje Oltmanns. Es sei wichtig, dass nicht nur Kinder sich über Rechte im Klaren sind, sondern auch Eltern.