GROßENKNETEN - GROßENKNETEN/HEF - „Es ist besonders wichtig, dass Kinder einmal aus der strahlenbelasteten Zone herauskommen, damit ihr Körper gereinigt wird.“ Mit diesen Worten beschreibt Nina Mulartschik von der Hochschule Minsk die Bedeutung eines Austauschprogrammes, das derzeit 21 Kindern aus Weißrussland einen Ferienaufenthalt in Großenkneten ermöglicht.
Sie leben in einem Gebiet, das seit dem Super-GAU im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 radioaktiv verseucht ist. Gemeinsam mit Nina Mulartschik und der Deutschlehrerin Galina Terskikh erholen sich die Kinder nun für vier Wochen bei engagierten Gasteltern in Großenkneten.
„Anfangs waren die Kinder eher schüchtern. Doch nun sind sie seit zwei Wochen in Deutschland und blühen richtig auf“, sagen die deutschen Koordinatorinnen Sigrid Nolte und Freya Schöll.
Das Programm für die jungen Gäste ist vielfältig. Sie unternahmen eine Dampferfahrt auf dem Zwischenahner Meer, besuchten den Tierpark Osttrittrum und das „Rämmi-Dämmi“ in Wildeshausen. Auf Einladung des TSV Großenkneten nahmen die Kinder am vereinsinternen Sportfest in der Halle Am Esch teil.
TSV-Jugendleiterin Claudia Wendt hatte mit ihrem Helferteam einen Parcours mit verschiedenen Übungen organisiert. Alle Gäste bekamen eine Urkunde mit Medaille und konnten sich von den Strapazen bei Leckerem vom Grill erholen.
Seit 14 Jahren gibt es die Initiative, die Kindern aus der Region Tschernobyl den Aufenthalt in Großenkneten ermöglicht. Sie finanziert sich überwiegend aus Spenden. Regelmäßig fährt eine deutsche Delegation nach Minsk. „Wir werden dort immer sehr herzlich aufgenommen“, betont Freya Schöll. Die Delegation nimmt vor Ort Kontakte mit den künftigen Gästen auf und leitet das aufwändige Antragsverfahren ein, damit sich auch 2007 wieder Kinder aus Weißrussland in Großenkneten erholen können.
