GROßENKNETEN - Das Projekt findet in enger Zusammenarbeit zwischen Schule und Kindergarten in Großenkneten statt. Beide Seiten profitieren davon.
Von Klaus Derke
GROßENKNETEN - Aufmerksam hört Johanna, Vorschulkind aus dem Kindergarten Regenbogenland, zu, wenn Julius, Drittklässler an der Grundschule, ihr etwas aus seinem Buch vorliest. Und auch Thore verfolgt konzentriert die Geschichte, die Lisa ihm präsentiert. An vielen Stellen in der Grundschule Großenkneten, in Klassenräumen oder auch in der Aula und im Betreuungsraum treffen sich jetzt alle 14 Tage die „Bücherkumpel“. Das neue Projekt in enger Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindergarten macht den Beteiligten großen Spaß.Schüler lesen Vorschulkindern etwas vor: „Das bringt für beide Seiten eine ganze Menge“, wissen die Lehrerinnen Birgit Bleyer und Ursula Robben, die das „Bücherkumpel“-Projekt betreuen. Die Idee dazu stammt aus Kanada, wurde bereits im Kreis Goslar erfolgreich umgesetzt und findet jetzt auch in vielen anderen Orten Nachahmer. Es ist eigentlich ein ganz einfaches Modell, das jedoch sehr effektiv die Leselust und Lesekompetenz an Kindergärten und Grundschulen fördert.
Die von der Grundschule an den Kindergarten herangetragene Idee der „Vorlesepatenschaften“ stieß auf offene Ohren. Und so marschieren seit dem 15. Februar alle 14 Tage donnerstags alle Drittklässler los, um ihre „Patenkinder“ aus dem Kindergarten zur Lesezeit abzuholen. Die „Vorleser“ haben sich gut vorbereitet. Sie suchen vorher ein passendes Buch aus, und natürlich wird auch zu Hause geübt. Nach dem Vorlesen malen die „Bücherkumpel“ (auf Englisch heißt es „Book buddy“) noch gemeinsam ein Bild zu der gehörten Geschichte in ein Heft und tragen dort auch ein, was gelesen wurde. Danach werden die „Kleinen“ zurück zum Kindergarten gebracht.
Neben der Leseförderung hat das Projekt noch einen schönen Nebeneffekt: Die Jungen und Mädchen, die nach ihrem letzten Jahr im Kindergarten an die Grundschule wechseln, lernen so schon vorher ihre künftige Schule kennen und treffen dort nach ihrer Einschulung auch gleich alte Bekannte aus dem „Bücherkumpel“-Projekt, die ihnen als „Paten“ aus den dann vierten Klassen in der Eingewöhnungsphase weiterhin zur Seite stehen.
