Nordenham - Schon seit Jahren setzen sich die Grünen in der Wesermarsch für die Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen (IGS) ein. Daher sind sie froh, dass nach Brake jetzt ein weiterer IGS-Standort in Nordenham geplant ist. „Das ist auf jeden Fall zu begrüßen“, sagte die Nordenhamer Grünen-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Ina Korter am Mittwoch bei einem Termin in der Oberschule I, die ab Sommer 2015 das neue Schulmodell umsetzen möchte.
Treffen mit Schulleitung
Gemeinsam mit ihren Parteifreunden Dragos Pancescu und Heide Hildebrandt hat Ina Korter der Lehranstalt an der Pestalozzistraße einen Besuch abgestattet, um sich das Gesamtschulkonzept vorstellen zu lassen. „Das Vorhaben ist sehr gut nachvollziehbar“, sagte Ina Korter nach dem Treffen mit Rektorin Heidrun Beck.
Der bisher schon an der Oberschule praktizierte schulformübergreifende Unterricht hat sich nach Darstellung der Rektorin bewährt. Angesichts dieser guten Erfahrungen halten die Grünen es für sinnvoll, im nächsten Schritt die Umwandlung der Oberschule in eine Integrierte Gesamtschule zu beantragen. Ina Korter, die in der Grünen-Landtagsfraktion die Sprecherin für Schulpolitik ist, bescheinigte dem Kollegium der Oberschule I, mit einem „tollen Konzept und großer Motivation“ an die Sache heranzugehen.
Der Brake Kreistagsabgeordnete Dragos Pancescu machte deutlich, dass eine IGS an der Pestalozzistraße nicht als eine Konkurrenz für das Nordenhamer Gymnasium zu sehen sei. Stattdessen seien Synergieeffekte und somit auch Vorteile für das Gymnasium zu erwarten, weil der Zulauf an Oberstufenschülern zunehmen werde. Zudem ließe sich ein Wettbewerb zwischen den beiden Schulen vermeiden, indem sie in gegenseitiger Absprache unterschiedliche Angebotsschwerpunkte setzen.
Wie berichtet, will die Oberschule I nach ihrer Umwidmung einen gymnasialen Unterricht bis zur Klasse 10 vorhalten. „Dabei kann die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium von Anfang an wachsen“, betonte Ina Korter. Ein Pluspunkt der Einrichtung an der Pestalozzistraße sei auch deren Nähe zum Gymnasium. So könnte ein Einsatz von Lehrern an beiden Schulen gewährleistet werden.
Sorgenfall Luisenhof
Die Grünen-Politiker räumen allerdings ein, dass die Bildung einer IGS in der Innenstadt zu Lasten der Luisenhofschule in Einswarden gehen könnte. Da die Schülerzahlen für zwei Integrierte Gesamtschulen im Nordenhamer Stadtgebiet kaum ausreichen würden, stelle sich die Frage, ob und wie der Standort in Einswarden noch eine Zukunft habe. Dort sind zurzeit eine Haupt- und eine Realschule unter einem Dach untergebracht.
„Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter“, sagte Dragos Pancescu. Vor einer abschließenden Entscheidung müssten die voraussichtlichen Schülerzahlen genau geprüft und ausführliche Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Er geht davon aus, dass der Kreistag nach der Sommerpause einen Beschluss fassen wird.
Langfristiges Ziel der Grünen ist es, dass drei Integrierte Gesamtschulen in der Wesermarsch bestehen. Nach der IGS in Brake, die in diesem Sommer den Betrieb aufnehmen soll, und der für August 2015 angepeilten Gründung der IGS Nordenham an der Pestalozzistraße sei auch für den Süden des Landkreises eine solche Schulform wünschenswert.
