Nordenham/Brake - Die sonderpädagogische Förderung an der Schule am Siel in Nordenham soll zum Sommer 2017 erweitert werden. Der Schulausschuss des Kreistages hat dafür einstimmig grünes Licht gegeben. Wenn die Landesschulbehörde zustimmt, wird zu den zwei Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“ der Schwerpunkt „Körperlich-motorische Entwicklung“ hinzu kommen.
Daraus ergeben sich für Kinder aus Nordenham, Butjadingen, Stadland und Brake kürzere Schulwege. Denn sie werden künftig nicht mehr die Seeparkschule in Debstedt-Langen besuchen müssen.
Zurzeit fahren rund 25 Kinder aus der nördlichen Wesermarsch dorthin. Kinder aus der südlichen Wesermarsch mit dem Schwerpunktförderbedarf „Körperlich-motorische Entwicklung“ – zurzeit etwa 10 – besuchen die Förderschule Borchersweg in Oldenburg. Für sie würde sich bei einem Wechsel nach Nordenham kein kürzerer Schulweg ergeben.
Nicht nur Schüler, sondern auch der Landkreis würde vom erweiterten Angebot in Nordenham profitieren. Denn die Kosten für Schülerbeförderung könnten sinken.
Aus Sicht der Kreisverwaltung könnte der neue Förderzweig aber vor allem ein geeigneter Schritt sein, der rückläufigen Entwicklung der Schülerzahlen zu begegnen.
Im laufenden Schuljahr besuchen 48 Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ und 78 mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ die Nordenhamer Förderschule. Die Schülerzahlen im Bereich „Lernen" sind rückläufig. Im Schuljahr 2012/13 zählte dieser Bereich noch 93 Schüler.
Das ist eine Folge der Einführung schulischer Inklusion in Niedersachen. Seither sollen Kinder mit und ohne Förderbedarf an jeder Schulform unterrichtet werden und der Förderbereich „Lernen“ an gesonderten Förderschulen soll auslaufen.
Nach dem Schulgesetz könen in einer Förderschule Schüler gemeinsam unterrichtet werden, die in unterschiedlichen Förderschwerpunkten auf sonderpädagogische Unterstützung angewiesen sind, sofern dadurch eine bessere Förderung zu erwarten ist.
Zum Hintergrund: Im Landkreis Wesermarsch werden neben den Angeboten der Nordenhamer Schule am Siel die Förderschwerpunkte „Sprache“ an der Pestalozzischule in Brake sowie „Emotionale, soziale Entwicklung“ an der Paddstock-Schule des CVJM-Sozialwerkes Wesermarsch in Ovelgönne und Brake sowie „Geistige Entwicklung“ an der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe Wesermarsch für Menschen mit Behinderung angeboten.
Die Leiterin der Schule am Siel in Nordenham, Karen-Silke Seemann, sprach im Schulausschuss des Kreistages von einer „logischen Ergänzung unseres Angebots“. Es sei absolut sinnvoll, allen Schülern eine wohnortnahe Beschulung zu ermöglichen. Zudem könne damit die Schule am Siel zu einer „voll“-inklusiven Schule weiterentwickelt werden. Der Bedarf sei vorhanden, die Anfragen von Eltern hätten zugenommen. Auch sei die Schule für die Ergänzung des Angebotes hervorragend ausgestattet. Nötig seien der Einbau eines Fahrstuhls und eine rollstuhlgerechte Einbauküche.
