Dietrichsfeld - Mit den Containern auf dem Pausenhof muss die Grundschule Dietrichsfeld an der Liegnitzer Straße noch eine Zeit lang auskommen. Eltern und Lehrer dürfen nun aber hoffen, dass der von der Stadt versprochene Erweiterungsbau für das Kooperationsmodell mit der Förderschule an der Kleiststraße umgesetzt wird. Die zwischenzeitlich von Politik und Verwaltung angedachte Aufschiebung des Projekts ist vom Tisch.
Auf Anfrage erklärte die Verwaltung, dass die Grundschule um vier Kooperationsklassen mit dazugehörenden Nebenräumen ergänzt wird. Weiterhin seien Inklusionsmaßnahmen und die Barrierefreiheit der Schule vorgesehen, so Stadtsprecher Reinhard Schenke. Es werde nicht nur einen Erweiterungsbau geben. Auch im bestehenden Gebäude seien Umbauten vorgesehen.
Noch steckt das Projekt in der Planungsphase. Im Haushalt 2015 stehen aber 500 000 Euro zur Verfügung. Weitere Baumittel sind 2016 und 2017 im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft und Hochbau enthalten.
Zum Hintergrund: Seit sechs Jahren ermöglicht die Grundschule Dietrichsfeld auf freiwilliger Basis eine gemeinsame Beschulung ihrer Schüler mit Schülern der Primarstufe der Kleiststraße, die einer besonderen Förderung ihrer geistigen Entwicklung bedürfen.
Die hier geschaffene Gemeinschaft konnte aus Platzgründen nur ermöglicht werden, weil Schüler, Lehrer und Eltern beider Schulen sich übergangsweise mit der Unterbringung in Containern einverstanden erklärten – unter der Bedingung, dass ab 2015 die Kinder wieder in einem festen Gebäude unterrichtet werden.
Wegen des Sparzwangs wollte die Politik den Anbau auf einen späteren Zeitpunkt verschieben (NWZ berichtete). Die engagierten Elternvertreter sammelten daraufhin mehr als 400 Unterschriften, um von der Stadt die Einhaltung der gemachten Zusagen einzufordern – mit Erfolg.
„Wir sind alle froh, dass 500 000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt wurden“, sagte Schulleiter Johann Fischer am Donnerstag der NWZ. Da nun Aussicht auf den Erweiterungsbau bestehe, könne die Schule damit leben, dass die Container noch einige Zeit auf dem Pausenhof bleiben. „Das trägt auch die Elternschaft mit“, so Fischer. Er vermutet aber, dass er den Abschluss der Arbeiten nicht mehr als Schulleiter erleben wird. Im Sommer 2016 geht er in den Ruhestand.
