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Beschwerde Grundschule sendet Hilferuf an Ministerin

Oldenburg - Hilferuf aus Oldenburg: Das Kollegium der Grundschule Bloherfelde beschwert sich in einem Schreiben an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) über die „zu hohe Arbeitsbelastung“. Die Lehrkräfte fordern ihren Arbeitgeber, das Land Niedersachsen, dringend auf, seiner Fürsorgepflicht nachzukommen und für eine sofortige Verbesserung der Arbeitssituation zu sorgen.

Die Grundschule Bloherfelde gilt als so genannte Brennpunktschule. 322 Kinder besuchen derzeit die Schule – darunter 24 mit nachgewiesenem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, 17 Überprüfungen stehen noch an. Hinzu kommen sieben Kinder aus Flüchtlingsfamilien – weitere seien zu erwarten, heißt es in dem Schreiben. Rund die Hälfte der Schülerschaft stamme aus Familien mit Migrationshintergrund. Zwischen 50 und 60 Prozent der Familien an der Schule erhielten finanzielle Unterstützung durch den Staat.

Demgegenüber stehen 27 Lehrkräfte (inklusive der Kollegen für den herkunftssprachlichen Unterricht und der an die Grundschule abgeordneten Förderschullehrkräfte) sowie acht pädagogische Mitarbeiterinnen, eine Förderschullehrerin im Vorbereitungsdienst und drei Praktikanten.

Lehrerstunden fehlen

Die Schule weist gegenüber dem Kultusministerium darauf hin, dass sie pro Klasse nicht einmal zwei Stunden in der Woche Unterricht in „Deutsch als Zweitsprache“ anbieten könne. Bis zu den Osterferien habe man mit 30,5 Wochenstunden an sonderpädagogischer Versorgung auskommen müssen. Auch dies seien – auf alle Klassen umgerechnet – weniger als zwei Stunden in der Woche. Seit den Herbstferien seien 48 Lehrerstunden unbesetzt gewesen. Ein Teil der Stunden sei bis zum Ende des ersten Halbjahres durch vier „Feuerwehrlehrkräfte“, Mehrarbeit und Verzicht auf die den Kindern zustehende Doppelbesetzungen aufgefangen worden. Trotz einer zum 1. Februar neu besetzten Stelle fehlten immer noch 22 Stunden, schildert Schulleiter Burkhard Kayser. Bis zum Sommer solle die Lücke wieder durch eine „Feuerwehrlehrkraft“ gestopft werden.

Die Schule moniert „völlig unzureichende Bedingungen im Rahmen der Inklusion“. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass die Grundschule Bloherfelde vor „besonderen Herausforderungen“ steht. Daher stehe sie in der Planung für den Ganztagsausbau an oberster Stelle, so Schulamtsleiter Matthias Welp.

Die Schule fordert vom Kultusministerium mehr Förderschullehrerstunden, eine verlässliche Doppelbesetzung im Unterricht bei „besonderen“ Klassen sowie eine mit mindestens 20 Wochenstunden ausgestattete Sozialarbeiterstelle. Dass die Grundschule Bloherfelde trotz der Ankündigung des Landes, 100 sozialpädagogische Fachkräfte einzustellen, leer ausgeht, empfindet das Kollegium als „demotivierende Respektlosigkeit“ und „Missachtung der Situation“. In Oldenburg sollen von der Landes-Initiative nur die Grundschulen Krusenbusch (mit einer Stelle) sowie Staakenweg und Kreyenbrück (mit jeweils einer halben Stelle) profitieren.

OB kritisiert Ministerin

Schulamtsleiter Welp bedauert, dass die Zuweisung der Stellen ausschließlich in der Verantwortung des Landes erfolgt sei. Das habe zur Folge, dass Grundschulen, die aufgrund vieler Flüchtlingskinder einen großen Bedarf haben, nicht berücksichtigt wurden. Dieses Vorgehen habe Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in einem Brief an die Kultusministerin bereits kritisiert. Welp: „Aktuell finden dazu Gespräche mit der Landesschulbehörde statt.“

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