Friesoythe - Ihr Stundenplan sieht in dieser Woche anders aus als gewöhnlich – statt Mathe, Deutsch und Englisch heißt es für 82 Zwölftklässler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Friesoythe Unternehmen aus der Region besser kennenzulernen. Bis Donnerstag stellen sich insgesamt zwölf Betriebe und Institutionen den zukünftigen Abiturienten vor.
„Mit diesem Angebot wollen wir unsere Schüler wach rütteln“, erklärte Frank Richter, Oberstudienrat kurz nach dem Beginn der Berufsorientierungstage am Montag im Gespräch mit der NWZ. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich viele Schüler sonst erst nach dem Abitur Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen, aber dann ist es oft zu spät. Viele Ausbildungsplätze sind dann schon lange vergeben.“
Bereits zum siebten Mal organisiert Richter diese Art der Berufsorientierung. Während Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer Oldenburg sowie der Friesoyther Leoni Special Cables bislang in jedem Jahr Auskünfte zu Ausbildungsangeboten und Bewerbungen gaben, konnte der Oberstudienrat in diesem November auch Referenten von Jade Hochschule, Polizei, Kreishandwerkerschaft, Spar- und Darlehenskasse, OLB, Berufsakademie Leer, PHWT Vechta sowie von Remmers Baustofftechnik für die Veranstaltung gewinnen.
„In den vergangenen Jahren hatten wir auch Mitarbeiter von Ikea oder der Metro zu Gast, aber viele unserer Schüler möchten auch nach dem Schaulabschluss in der Region bleiben. Von daher freuen wir uns, wenn sich Unternehmen aus der Weser-Ems-Region bei uns vorstellen.“
In jeweils 45-minütigen Vorträgen stellen alle Gäste ihre Unternehmen vor und geben Einblicke in die aktuelle Ausbildungssituation und den Bewerbungsablauf. „Besonders begehrt sind derzeit neben den klassischen Ausbildungsberufen wie Bankkaufmann oder Industriekauffrau derzeit duale Studiengänge. Denn neben dem hohen Praxisanteil lockt hier auch ein finanzieller Anreiz: „Viele Unternehmen übernehmen die Kosten für das Studium.“ Um einen solchen Studienplatz zu erlangen, seien Bewerbungen rund ein Jahr im Voraus notwendig, fuhr der Oberstudienrat fort. „Unsere Zwölftklässler müssen sich also bereits im kommenden März bewerben, um nach dem Schulabschluss beruflich durchstarten zu können.“
Die Berufsorientierung entspannter angehen lassen, könnten es hingegen Schüler, die sich für ein Studium in den Niederlanden entschieden, so Richter weiter. „Denn dort gibt es keine Zulassungsbeschränkungen “, betonte er. Ein zusätzliches Plus sei zudem die gute Chance, nach einem erfolgreichen Studium eine Anstellung zu finden, „Aus diesem Grund pflegen wir seit längerem einen guten Kontakt zu holländischen Universitätsstädten. In dieser Woche sind daher auch Mitarbeiter der Stenden University zu Gast.“
