Garrel - Wenn es um sexuellen Missbrauch geht, trifft Opfer niemals eine Schuld: Immer hat der Schuld, der es tut“, verdeutlichten Sophia Gerdes und Matthias Freude von der „Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück“ den Drittklässlern der Katholischen Grundschule Garrel.
Das jährlich wiederkehrende Gastspiel der Theaterpädagogen ist neben dem Programm „Faustlos“, einer Erziehungsvereinbarung zwischen Eltern, Kindern und Lehrkräften sowie dem Einsatz von Streitschlichtern, ein wichtiger Baustein im Bereich der Gewaltprävention der Schule: Für jede der fünf Klassen des dritten Jahrgangs wurden in den vergangenen Wochen drei Lektionen des Stückes „Mein Körper gehört mir“ gespielt.
Altersgerecht und mit Hilfe von Spielszenen wurde den Jungen und Mädchen der Begriff „sexueller Missbrauch“ erläutert. Angesprochen wurde dabei auch, dass Chat-Räume im Internet zu gefährlichen Bekanntschaften führen können, und es oftmals nahe Verwandte und gute Bekannte sind, die Kinder missbrauchen.
Die Schulkinder wurden sensibilisiert, sich in ungeklärten Situationen für ein Ja- oder Nein-Gefühl zu entscheiden. Zusätzlich müssten immer Antworten auf die Fragen gefunden werden: Weiß jemand, wo ich mich aufhalte und erhalte ich Hilfe, wenn ich sie brauche? „Wenn ihr eine Frage mit „Nein“ beantworten müsst, seid ihr in einer Gefahrensituation“, betonten die Theater-Pädagogen.
Zu unterscheiden seien gute und schlechte Geheimnisse. „Bei einem schlechten Geheimnis müsst ihr euch an eine Vertrauensperson wenden“, so der Rat. Dies könnten Eltern, Lehrer, gute Bekannte oder Freunde sein. „Sucht so lange nach einem Erwachsenen, dem ihr vertraut und der euch wirklich hilft.“ Nützlich sei außerdem die „Nummer gegen Kummer“ (0800/ 1110333), die jederzeit erreichbar sei.
Entsprechende Szenen, wie sie sich im Leben der Kinder abspielen könnten, wurden mit negativem und positivem Ausgang gezeigt. Dazwischen durften die Kinder eingreifen, Fragen stellen oder Vorschläge zum richtigen Verhalten geben.
„Mein Gefühl, das ist echt, mein Gefühl, das hat recht“, sangen die Jungen und Mädchen schließlich in einem die drei Aufführungen begleitenden Song.
