Berlin - Die passende Weiterbildung zu finden, ist wie in einem Restaurant zu sitzen, in dem die Speisekarte ewig lang ist: Das Angebot ist riesig – am Ende weiß mancher nicht mehr, was er eigentlich bestellen will. Rund 20 000 Anbieter tummeln sich auf dem Fortbildungsmarkt – und bieten mehr als 670 000 Kurse an.

Auch wenn davon nicht für jeden alle infrage kommen: Meist hat der Einzelne zu einem Thema doch Dutzende Seminare zur Auswahl. Welcher Kurs lohnt sich?

Alrun Jappe von der Stiftung Warentest beobachtet seit vielen Jahren den Markt. Immer wieder fielen einzelne Kurse negativ auf, erzählt sie. Mal seien die Inhalte hoffnungslos veraltet, mal sei der Unterrichtsraum schlecht geeignet, oder ein Dozent kenne sich im Thema nicht aus. Bevor Berufstätige sich für eine Weiterbildung entscheiden, sollten sie sich überlegen, was sie eigentlich wollen – und dann die Angebote intensiv prüfen. Hier einige Tipps von Experten: Teuer ist nicht automatisch gut: Qualität hat ihren Preis – dieser Satz gilt für Weiterbildungen nicht immer. Teure Fortbildungen sind nicht automatisch besser, sagt Jappe. Oft seien preisgünstigere Angebote der Volkshochschulen genauso gut. Das legt zumindest ein Test der Stiftung Warentest nahe.  Mundpropaganda statt Datenbank-Recherche: Wer in Datenbanken nach einer passenden Weiterbildung recherchiert, ist schnell frustriert. Dort finden sich häufig Dutzende Treffer. „Starten Sie an der Quelle“, empfiehlt die Karriereberaterin Svenja Hofert. Statt im Netz zu surfen, befragen Berufstätige besser erst einmal ihre Kollegen. Eine gute Inspirationsquelle seien auch Businessnetzwerke wie Xing. Dort könnten Berufstätige nach Mitarbeitern in ähnlichen Positionen suchen – und sich ansehen, welche Weiterbildungen sie gemacht haben. Mit ehemaligen Teilnehmern reden: Wie war der Dozent? Die Lehrmethoden? Der Unterrichtsraum? Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen, sollten Erwerbstätige mit ehemaligen Teilnehmern reden. Das klingt in der Theorie gut. Doch häufig kennen Verbraucher keine Ehemaligen. In diesem Fall könnten sie versuchen, den Anbieter zu bitten, Kontakt zu früheren Teilnehmern herzustellen, rät Hofert. Anbieter mit offener Informationspolitik vorziehen: Manche machen keine Angaben zu den Lehrmethoden, andere sagen nichts zur Qualifikation des Dozenten: Ist die Informationspolitik eines Instituts schlecht, sollte man sich die Teilnahme an der Weiterbildung gut überlegen. Jappe empfiehlt, Institute mit einer transparenten Politik vorzuziehen. Oft sei es auch möglich, bei längeren Fortbildungen zur Probe zu hören.  Art des Abschlusses prüfen: Zertifikat, Zeugnis oder Diplom? Weiterbildungen enden mit den unterschiedlichsten Abschlüssen – und viele davon klingen ausgesprochen gut. Wer einen Nachweis will, sollte sich genau erkundigen, was hinter dem Titel steckt und wer ihn anerkennt.  Kleingedrucktes lesen, auf Rücktrittsmöglichkeit und Ratenzahlungsoption achten.