Ganderkesee - Vier Containerklassen stehen seit April 2008 im Innenhof des Gymnasiums Ganderkesee. Von einer „Übergangslösung“ war vor sechs Jahren die Rede. Zum neuen Schuljahr allerdings verdoppelte sich die Zahl auf acht. Der Raumbedarf gilt beim Schulträger, dem Landkreis Oldenburg, als „unbestritten“. Geplant ist (wie berichtet) ein Neubau mit 16 allgemeinen Unterrichtsräumen. Der Schulausschuss gab bereits grünes Licht. Doch nun steht die Dreigeschossigkeit zur Disposition, wie die NWZ  erfuhr. Am Gymnasium sorgt das für helle Aufregung.

Mit Unterstützung des Schulvorstands hat die Schülervertretung eine Unterschriftenaktion gestartet. Allein beim Schulfest kam eine Liste mit 450 Namen zusammen. Sie soll am kommenden Dienstag, 7. Oktober, von den Schülersprechern Ricarda von Seggern, Anne Reusch und Dimitri Tsiganovski an den Ersten Kreisrat Carsten Harings überreicht werden.

Die Schüler fordern  für jede Klasse einen genügend großen Klassenraum (mindestens zwei Quadratmeter pro Schüler) und keine Wanderklassen,   genügend Fachräume in den Naturwissenschaften, damit Biologie-, Chemie- und Physikunterricht nicht mehr im Klassenraum stattfinden muss,   genügend angemessen große Musikräume,  genügend angemessen große Kunsträume mit Platz für ausreichend Materialien,  genügend Kursräume für die Oberstufe, so dass die Kurse nicht immer den Raum wechseln müssen,  angemessene Schülerarbeitsplätze für Freistunden,  Aufenthaltsbereiche auch für die jüngeren Schülerinnen und Schüler in der Mittagspause,   einen zusammenhängenden Schulhof mit viel Grün und vielen Angeboten für die verschiedenen Altersstufen,  ein Gebäude mit viel Licht und Luft und Leichtigkeitund möglicht schnell die Auflösung aller Containerklassen.

Schulleiterin Dr. Renate Richter, zugleich Vorsitzende des Schulvorstands, wollte sich unter Hinweis auf die laufenden Gespräche mit dem Landkreis nicht näher äußern. Harings erklärte auf NWZ -Anfrage, der Raumbedarf des Gymnasiums sei unbestritten. Darum habe der Schulausschuss in seiner Sitzung am 1. Juli ja auch dem Neubau zugestimmt. „Derzeit befinden wir uns in Detailgesprächen“, so Harings, „ich bin zuversichtlich, dass wir die Gespräche erfolgreich zum Abschluss bringen werden.“ Die nächste Runde stehe am Dienstag an.

Sein Ziel sei es, die Container so schnell wie möglich wieder abzubauen. Der erste Spatenstich für den Neubau des Gymnasiums, der nach einer ersten, groben Schätzung 4,5 Millionen Euro kosten soll, könnte schon im Frühjahr 2015 erfolgen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent