Wildeshausen - Auszeichnung für Wildeshauser Gymnasiastin: Katrin Penski durfte an einem Seminar am berühmten Großforschungsinstitut CERN nahe Genf teilnehmen. Dort traf die 18-Jährige mit 29 physikbegeisterten und talentierten Jugendlichen aus Deutschland zusammen. „Wir haben uns mit den Elementarteilchen beschäftigt“, berichtet Katrin. „Wir haben viele Vorträge gehört und das Forschungszentrum besichtigt.“ Für die junge Wildeshauserin steht nach dem Erlebnis in der Schweiz mehr denn je fest, dass sie nach dem Abitur im nächsten Jahr Physik studieren will. „Die Physik erklärt so viele grundlegende Sachen. Und es gibt noch so viele ungeklärte Dinge“, sagt Katrin.
Ihr Tutor am Gymnasium, Dr. Martin Pfahl, kennt Katrin seit der fünften Klasse aus dem Physik-Unterricht und schlug sie für das Seminar am CERN vor. Ausgeschrieben wird es einmal im Jahr vom „Netzwerk Teilchenwelt“. „Katrin hat sich schon in ihrer Facharbeit in der elften Klasse mit den Elementarteilchen beschäftigt“, so Pfahl. Einen Tag nahm die Gymnasiastin an einer sogenannten „Master Class“ an einer Schule in Hamm teil und wurde schließlich ausgewählt. Von Bremen ging es mit dem Flugzeug nach Genf. Auch das Hotel wurde vom „Netzwerk Teilchenwelt“ bezahlt.
Wie das Interesse für Physik entstanden ist, weiß Katrin eigentlich gar nicht. Eine Antwort gibt Martin Pfahl. „Schon in der sechsten Klasse ist Katrin mit einer Freundin der Frage nachgegangen, warum der Himmel blau ist.“ Beim Mädchentag in der neunten Klasse hat sich Katrin den Falltrum des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Universität Bremen angeschaut. Ihr Schülerpraktikum absolvierte sie ebenfalls an der Uni Bremen. Da wundert es nicht, dass sie die Leistungsfächer Physik, Mathematik und Chemie hat. Im Physik-Leistungskurs bei Tom Weber ging es im letzten Halbjahr um Interferenz, in diesem um Quantenphysik und im nächsten um Kernphysik – alles Themen, die auch im Abitur wieder auftauchen können. Englisch und Politik komplettieren ihre Prüfungsfächer. In ihrer Freizeit treib Katrin gern Sport und trifft sich mit Freunden.
Die Physik gilt immer noch als Männerdomäne, meint Martin Pfahl, und die Zahlen scheinen das zu bestätigen: Zu Katrins Physik-Leistungskurs zählen 16 Schüler und vier Schülerinnen, am Seminar in der Schweiz nahmen zehn junge Frauen und 20 junge Männer teil.
Vielleicht trifft sie den einen oder andern ja im nächsten Jahr an der Universität in München wieder. Dort will Katrin nämlich studieren. „Meine Großeltern wohnen in München. Die Universität habe ich mir auch schon mal angeschaut. Das passt.“ Und eventuell kehrt sie ja später, so sagt sie selbst, als Wissenschaftlerin an das CERN zurück.
