Schortens/Jever - Keine Girlanden, keine Reden, keine Abschiedsgeschenke: Eher sang- und klanglos ist am Mittwoch nach elf Jahren das Kapitel Mariengymnasium in Schortens zu Ende gegangen. Die Außenstelle des jeverschen Gymnasiums an der Mühlenstraße, in dem seit 2004 die Jahrgänge 5 bis 9 mit Schülern aus Schortens und Sande beschult wurden, wird mit Beginn des neuen Schuljahres die Oberstufe der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Schortens. Die rund 300 Gymnasiasten aus Schortens besuchen nach den Ferien das Gymnasium in Jever. „Das ist schon schade“, sagt Meret Janßen, „aber ich freue mich auch auf die neue Schule.“

„Wir haben unserer Schule schon in den vergangenen 14 Tagen Tschüss gesagt“, sagt die Schortenser Schulleiterin Susanne Schneider. Es gab ein Schulfest mit Motto-Woche und in Jever wie auch in Schortens eine Abschiedsfeier im Kollegenkreis.

Seit den Halbjahreszeugnissen saß die Schule auf halbgepackten Koffern. Und wie das bei Umzügen immer so ist, wird viel aussortiert und weggeworfen: „Wir haben etliche Bücher, defekte Globen, alte Karten oder auch Kassetten entsorgt“, so Schneider.

Die Schränke sind leer. Im Lehrerzimmer stehen nur noch ein paar Kaffeetassen herum. Noch ein bisschen zu räumen hat Schulsekretärin Brigitte Eilers. „Ich kann erst ganz zum Schluss packen – das wird hier ja bis zuletzt alles gebraucht.“ Auch Brigitte Eilers muss nach elf Jahren noch mal die Schule wechseln und übernimmt das Sekretariat in der Oberstufe in Jever.

Schüler, Lehrer, Schulsekretärin: Alle gehen nach Jever. Der einzige, der am Mühlenweg bleibt, ist Hausmeister Harald Dieken: „Das ist schon ein seltsames Gefühl, demnächst sind hier nur neue Gesichter an dieser Schule.“

„Wir übergeben den Kollegen der IGS eine ordentliche Schule“, sagt Susanne Schneider. Mensa und naturwissenschaftliche Räume seien im Bestzustand. Manches Klassenzimmer könnte allerdings einen Anstrich vertragen. Nur die Sporthalle sei in keinem guten Zustand.

Vor drei Jahren war in Schortens der letzte 5. Gymnasiums-Jahrgang eingeschult worden. Seitdem schrumpfte die Schülerzahl von Jahr zu Jahr. Zum Schluss blieben noch rund 300 Schüler der Jahrgänge 7, 8 und 9. Und die gehen nun ebenfalls. „Hier hatten wir zuletzt richtig viel Platz“, so die Leiterin des Standorts Schortens. „In Jever müssen wir mit 1200 Schülern alle enger zusammenrücken.“