HALSBEK - „Ich wollte in ein Land gehen, dessen Kultur sich möglichst stark von der unseren unterscheidet“, begründet Maik Hamjediers, warum seine Wahl für einen elfmonatigen Auslandsaufenthalt auf China fiel. Mit dem „Land des Lächelns“ hatte sich der 19-Jährige, der 2010 sein Abitur in Westerstede gemacht hat, auch schon bei einer Arbeit im Fach Geschichte intensiv auseinandergesetzt. Nun wird er sich also noch viel ausgiebiger damit beschäftigen: In Lanping, einer Stadt mit 120 000 Einwohnern im Süden Chinas, wird er an einer Mittelschule Englisch unterrichten und außerdem soziale Projekte in den Bergdörfern der Region unterstützen.

In den entlegenen Gebieten, in denen viele Minderheiten in ärmlichen Verhältnissen leben, will er sich besonders für ein ihm sehr wichtiges Anliegen einsetzen: Die Verbreitung der Mundpflege. „Viele Kinder dort haben noch nie im Leben die Zähne geputzt. Ich will ihnen beibringen, wie wichtig das ist und wie man es richtig macht“, sagt der junge Halsbeker.

Um zu proben, wie sich dies am besten vermitteln lässt, hat er mit einer Gruppe des Ev. Johannes-Kindergartens in seinem Heimatdorf schon einmal den korrekten Umgang mit der Zahnbürste geübt. Als „Gegenleistung“ für die bereitwillige Teilnahme erzählte er den Kleinen, was er über sein Ziel – obwohl selbst noch nie dagewesen – bereits weiß: Chinesische Motive und Schriftzeichen wurden gemalt, landestypische Hüte gebastelt, außerdem wurde im Wok gekocht. Alles hat Maik Hamjediers mit seiner Foto-Kamera dokumentiert – um den Schülern in Asien zeigen zu können, wie er sich auf sie vorbereitet hat.

„Ich arbeite allgemein gern mit Kindern“, erzählt er weiter und verweist auf seinen Zivildienst, den er im Westersteder Kinderhaus Blauer Elefant abgeleistet hat. Mit seinen Ersparnissen daraus finanziert er nun seine Zeit in der Provinz Yunnan. Denn das Baumhaus-Projekt, über das sein Aufenthalt organisiert wird, trägt nur einen Teil der Kosten.

18 junge Menschen gehen nun über das Projekt als freiwillige Helfer nach China. Wie die meisten von ihnen wird auch Maik Hamjediers direkt an der Schule untergebracht sein, an der er auch lehren wird. „Es ist eine Art Internat, an dem ich aber mein eigenes Zimmer habe“, sagt er.

In den Klassen erwarten ihn dann bis zu 60 Schüler. „Da ist oft leider nur Frontalunterricht möglich, weshalb vor allem die Kenntnisse in gesprochenem Englisch nicht sonderlich hoch sind. Da will ich ansetzen“, verrät er.

Erste Bröckchen der Landessprache selbst hat sich Maik Hamjediers auch schon angeeignet: „Ich hatte Privatunterricht. Mittlerweile verfüge ich über ein kleines Repertoire an Zeichen, außerdem kann ich vieles verstehen und auch ein bisschen lesen.“

Gut vorbereitet scheint Maik Hamjediers, der nach seiner Rückkehr Soziologie studieren und später einmal für eine internationale Hilfsorganisation arbeiten möchte, also zu sein. Am kommenden Mittwoch oder Donnerstag soll es losgehen: Von Frankfurt aus fliegt er nach Peking, danach geht es weiter mit dem Bus nach Lanping. Gut zweieinhalb Tage wird er unterwegs sein. Die Koffer für diesen strapaziösen Trip sind längst gepackt. Und darin darf eine Sache natürlich nicht fehlen: die Zahnbürste.