HAMBURG - An Bord kommt es auf diverse Fähigkeiten an. Dazu gehört auch eine Portion Teamgeist.
Von Horst Heinz Grimm
HAMBURG - Der internationale Seeverkehr boomt. Deutsche Reeder, die hierbei in einer Spitzenposition stehen, suchen Kapitäne für ihre Schiffe. Doch der Weg auf die Brücke ist lang. „Ein Segelschein reicht noch lange nicht für diesen Beruf“, sagt Alexandra Pohl, beim Deutschen Reederverband (DRV) in Hamburg für Ausbildungsfragen zuständig und selbst Kapitän.Voraussetzung für eine Laufbahn in der Schiffsführung ist ein Realschulabschluss oder Fachhochschulreife beziehungsweise Hochschulreife. „Abiturienten haben derzeit sehr gute Chancen“, sagt Pohl. Allerdings gebe es einen „Überhang an Bewerbern“. Die Ausbildung erfolgt in verschiedenen Strängen an Fachschulen und Fachhochschulen (darunter in Elsfleth und Leer) und an den Hochschulen Bremen und Wismar/Warnemünde.
Mit Realschulabschluss dauert es fünf Jahre, bis eine Seefahrtszeit von zwölf Monaten als Nautischer Wachoffizier (mit dem die Kapitänskarriere im Führungsdienst an Bord begonnen wird), angetreten werden kann. Mit Fachhochschulreife oder Hochschulreife sind es vier Jahre. Jeder muss dabei auch Praktika an Bord absolvieren. „Dazu gehören das Deck zu waschen, die Reling anzustreichen oder Öl zu entfernen“, erinnert sich Pohl an ihre eigene Ausbildung.
Allein das Interesse an der Seefahrt reicht nicht aus, eine Position in der Schiffsführung anzustreben. „Außer der Liebe zum Beruf gehören Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen und Teamgeist dazu, denn an Bord leben die Menschen auf engem Raum zusammen“, sagt Frank Ziemer, Professor an der Hochschule Wismar/Warnemünde. „Einzelgänger sind nicht gefragt“, ergänzt Pohl.
Auf Schiffen unter deutscher Flagge sind mehr als 4400 Führungskräfte tätig. Dazu kommen noch einmal etwa 3000 Offiziere und Kapitäne auf deutschen Schiffen unter fremder Flagge.
Mehr Infos im Internet unter www.reederverband.de oder www.berufsbildung-see.de
