Hamburg - Wer im Job erfolgreich ist, sollte mit der Zeit eigentlich weniger oder wenigstens mit mehr Freiheiten arbeiten. Das ist heute aber immer seltener der Fall, erklärt Laura Empson, Professorin für Management an der University of London im „Harvard Business Manager“ (Ausgabe Mai 2018).

Der Grund: Gerade Akademiker und andere Qualifizierte neigen zur Selbstausbeutung, auch auf höheren Karrierestufen – bis hin zum Burnout.

Oft handelt es sich dabei auch um sogenannte „unsichere Leistungsträger“, schreibt die Expertin: Berufstätige also, die viel können, ihren Erfolg aber kaum messen können, und deshalb zum Ausgleich besonders viel und verbissen arbeiten.

Was zu beobachten ist: Gibt es in Unternehmen gleich mehrere dieser Persönlichkeiten, auch in Führungspositionen, kann diese Form der unsinnigen und ungesunden Mehrarbeit sogar Unternehmenskultur werden.

Wer trotz wachsender Erfahrung und anhaltender Beförderungen immer mehr arbeitet, sollte deshalb einen kritischen Blick auf die eigene Persönlichkeit werfen. Eine gute Strategie kann zum Beispiel sein, sich zu fragen, ob lange Arbeitstage oder die eigene Verbissenheit die Karriere wirklich vorangebracht haben, so Empson. Und selbst wenn es so ist, könne es sinnvoll sein, die Verbissenheit etwas zurückzufahren und das Erreichte zu genießen.