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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

43.000 Erstsemester starten an Unis in Niedersachsen und Bremen

01.10.2018

Hannover /Bremen Hörsaal, Mensa und Kneipentour – für Tausende Studienanfänger in Niedersachsen beginnt am Montag (1. Oktober) ein neuer Lebensabschnitt. Dann strömen schätzungsweise rund 43.000 Erstsemester in die Hochschulen in Niedersachsen und Bremen. Die Koordinierungsstelle für Studieninformation und -beratung in Niedersachsen (kfsn) rechnet mit einer ähnlichen Nachfrage wie zuvor. Etwa 37.300 Erstsemester waren im vergangenen Jahr in Niedersachsen eingeschrieben. Im Land Bremen erwarten die staatlichen Hochschulen sogar mehr Studienanfänger und Studierende, wie die Sprecherin der Senatorin für Wissenschaft mitteilte. Im vorherigen Wintersemester begannen in Bremen rund 6205 Menschen ein Studium an öffentlichen oder privaten Hochschulen.

Ein Überblick zum Semesterstart:

BELIEBTE STUDIENGÄNGE: Klassische Fächer sind bei Studienanfängern in Niedersachsen und Bremen beliebt. Vor allem für Medizin, Jura, Betriebswirtschaftslehre (BWL), Psychologie und Lehramt bewarben sich auch diesmal viele Abiturienten, teilte die Koordinierungsstelle mit. Für Psychologie gehen bis zu 20 Bewerbungen pro Studienplatz ein. Allein die Uni Bremen erreichten zu diesem Wintersemester 3152 Bewerbungen auf 109 zu vergebende Studienplätze für das begehrte Fach, teilte die Universität mit. Knapp dahinter lagen Rechtswissenschaften mit 1579 Bewerbungen und BWL mit 1314. Bei angehenden Lehrern sind die Fächer Deutsch und Sport sehr beliebt.

BEGEHRT UND SELTEN: Einen Ansturm hat auch die Universität Hildesheim erlebt. Auf den noch recht neuen Masterstudiengang „Data Analytics“ bewarben sich 1900 Interessenten für 30 Plätze. „Wir haben ein weltweites Einzugsgebiet, die Nachfrage ist gigantisch, sowohl seitens der Unternehmen als auch der internationalen Studierenden“, sagte Informatik-Professor Lars Schmidt-Thieme. Die Studenten beschäftigen sich mit maschinellem Lernen, Big Data und Datenanalyse und können Vorhersagemodelle entwickeln. Sie arbeiten zudem mit regionalen Firmen zusammen. Einen ähnlichen Studiengang „Angewandte Data Science“ können Studierende auch an der Uni Göttingen belegen.

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OFFENE PLÄTZE: Weniger gefragt sind an vielen Hochschulen Mathematik, Informatik, Physik und Chemie. Etwa an der TU Braunschweig sowie an der Universität Osnabrück waren für diese Fächer zum Ende der Bewerbungsphase noch Studienplätze frei. Auch Interessierte an Wirtschaftsingenieurwesen oder -informatik hatten zuletzt gute Chancen, noch einen Platz zu bekommen. Für zulassungsfreie Fächer können sich Interessierte bis zum 15. Oktober einschreiben. Dann beginnen in der Regel auch die Vorlesungen und Seminare.

NEUE ANGEBOTE: Viele spezialisierte Studiengänge, etwa mit dem Schwerpunkt Digitales, starten ab dem neuen Wintersemester. Zu den neuen Angeboten gehören zum Beispiel der neue Master „Renewable Energy online“ an der Uni Oldenburg sowie „Digital Media and Society“ an der Uni Bremen. In Hildesheim können Interessierte ab jetzt „Barrierefreie Kommunikation“ studieren. Dabei lernen sie neben Gebärdensprache zum Beispiel auch barrierefreie Online-Kommunikation.

DIE EXOTEN: Je nach geografischer Lage haben sich an einigen Unis Spezialbereiche entwickelt, die bundesweit einzigartig sind. So können Studenten an der TU Clausthal den Bergbau-Studiengang „Mining Engineering“ wählen oder an der Hochschule Emden-Leer „Nautik und Seeverkehr“. Spezielle Agrar-Studiengänge finden Interessierte in Göttingen: Dort können sich junge Menschen für „Pferdewissenschaften“ oder „Urbanes Baum- und Waldmanagement“ einschreiben.

Semesterstart in Oldenburg: Wo können Studenten wohnen?

WG-ZIMMER: Zwischen 330 und 350 Euro müssen Studierende in Hannover und Bremen derzeit im Schnitt pro Monat für ein gemietetes WG-Zimmer zahlen. Damit sind die Preise in der niedersächsischen Landeshauptstadt gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, in Bremen verharren sie auf Vorjahresniveau, wie aus einer Studie des Moses Mendelssohn Instituts in Kooperation mit dem Immobilienportal „WG-Gesucht.de“ hervorgeht, die Anfang September veröffentlicht wurde. Demnach kommen Studenten in Göttingen mit 329 Euro etwas günstiger weg. Auch in Oldenburg, Braunschweig und Osnabrück liegen die Mietpreise unter dem bundesweiten Schnitt von 363 Euro.

STUDENTENWOHNHEIM ALS ALTERNATIVE? Günstiger sind meist Studentenwohnheime. Doch schon gut einen Monat vor Semesterbeginn gab es kaum freie Plätze. „Es wird eng zum Wintersemester“, sagte der Geschäftsführer des Studentenwerks in Hannover, Eberhard Hoffmann. Auch die Wohnheime im Bremen sind zu hundert Prozent ausgelastet. Auf den Wartelisten könne sich zu Beginn aber viel tun, weil sich viele angehende Studenten in mehreren Städten auf einen Platz und ein Wohnheimzimmer bewerben, hieß es. Wegen der hohen Nachfrage schickt das Studentenwerk in Göttingen wohnungslose Erstsemester wieder ins Hotel. Dort können sie vorübergehend für fünf Euro pro Nacht unterkommen. In Oldenburg wird jetzt ein neues Wohnheim eingeweiht. Trotzdem sei die Lage so angespannt, „dass wir einmal mehr eine Sofa-Börse reaktivieren mussten, um diejenigen aufzufangen, welche mit der Wohnungssuche wenig Glück haben“, sagte eine AStA-Sprecherin.

LERNEN FÜR DIE KLEINEN: Wer in jungen Jahren schon im Hörsaal Platz nehmen möchte, kann bei der Kinderuni mitmachen. Hochschulen in Bremen, Hannover, Braunschweig, Göttingen und Oldenburg bieten Programme für Kinder meist im Alter von acht bis zwölf Jahren an. In Hannover sind daran fünf Hochschulen beteiligt. In der ersten Vorlesung der aktuellen Kinderuni-Reihe geht es an der Medizinischen Hochschule Hannover um die Frage „Warum hat das Auge keine Knochen?“.

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