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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Ministerpräsident Weil lobt Schüler für Klima-Demos

14.02.2019

Hannover Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat Sympathie für die Klimaschutz-Demonstrationen von Jugendlichen. „Es gefällt mir, wenn sich junge Menschen für Klimaschutz einsetzen und dafür auf die Straße gehen“, sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Daher wolle er gern einige niedersächsische Vertreter dieser Bewegung kennenlernen und mit ihnen drängende Umweltthemen besprechen. Das Treffen Weils mit den Aktivisten soll an diesem Donnerstag stattfinden. Der Ministerpräsident selbst habe die Idee gehabt, die Schüler einzuladen, sagte eine Sprecherin der Landesregierung. In mehreren niedersächsischen Städten sind am Freitag erneute Schülerdemos für den Klimaschutz geplant.

Die Kampagne #FridaysForFuture ist mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg verbunden. Die 16-jährige Schwedin sitzt seit Monaten jeden Freitag vor dem Parlament ihres Landes. Nach ihrem Vorbild gehen Jugendliche auch in Deutschland während der regulären Unterrichtszeit freitags auf die Straße. An diesem Freitag startet die Demo in Celle bereits um 9 Uhr, in Osnabrück um 10 Uhr, in Hannover beginnt der Protestzug um 12.30 Uhr, also erst nach der fünften Unterrichtsstunde.

Die Position des Kultusministeriums zu den Demonstrationen während der Unterrichtszeit ist eindeutig: Demonstrationen am Vormittag seien für Schüler nur im Ausnahmefall zulässig, hieß es dazu bereits im Januar. Außerdem müsse das Anliegen der Demo einer Wertentscheidung des Grundgesetzes und dem Bildungsauftrag der Schule entsprechen. Da die Demos die beiden Voraussetzungen nicht erfüllen, sei eine Schülerteilnahme erst am Nachmittag erlaubt.

„Mir ist nicht bekannt, dass es in Niedersachsen Schulen gibt, die Sanktionen gegen Demo-Teilnehmer verhängt haben“, sagte Sprecherin Mariel Reichard von der Grünen Jugend. Sie rechnet damit, dass sich am Freitag bis zu 10 000 Jugendliche landesweit beteiligen könnten. Nicht nur in den großen Städten, auch in ländlichen Gebieten sei der Klimaschutz Thema bei Jugendlichen. „Das merken wir daran, wie viele Teilnehmer aus den Regionen zur Demo nach Hannover anreisen.“

Reichard widersprach der Ansicht, den Schülern gehe es in Wahrheit nur um einen Vorwand fürs Schuleschwänzen. „Am vergangenen Freitag waren in mehreren Bundesländern Zeugnisferien – trotzdem gingen viele zu den Demos.“ Und warum können die Jugendlichen nicht am Nachmittag demonstrieren? „Sonst haben die Erwachsenen ja keinen Grund zum Handeln. Der Streik am Vormittag tut den Eltern weh, er tut den Schulen weh und auch der Politik“, sagt Reichard.

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