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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Schule als wichtiger Ort für Islamismus-Prävention

12.12.2017

Hannover Bei der Islamismus-Prävention spielen Lehrer und Schulsozialarbeiter aus Sicht von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne eine zentrale Rolle. „Schule ist ein ganz wichtiger Ort, um der Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen“, sagte der SPD-Politiker am Montag in Hannover.

Es gehe darum, den Schülern Wertschätzung zu vermitteln und sie anzuleiten, Vorgänge kritisch zu hinterfragen. Das Ministerium will Lehrkräfte in einer neuen Broschüre für die Themen Neo-Salafismus, Islamismus, aber auch Muslimfeindlichkeit sensibilisieren.

Dem Verfassungsschutz zufolge ist die Zahl der Salafisten bundesweit mit 10 800 auf ein Allzeithoch angestiegen. Der Salafismus gilt als Nährboden für Islamismus und Terrorismus. Auch in Niedersachsen hat sich die Zahl der Salafisten seit 2013 von 330 auf rund 800 mehr als verdoppelt. Die Kompetenzstelle Islamismusprävention Niedersachsen versucht seit 2016, der Propaganda etwas entgegenzusetzen, mit der Islamisten meist junge Menschen für sich gewinnen. Am Montag diskutierten in Hannover rund 150 Lehrkräfte, Sozialarbeiter und Psychologen über das Thema „Gegen Neo-Salafismus und Muslimfeindlichkeit – Wie kann Schule präventiv wirken?“

„Natürlich kann Schule nicht alles“, sagte Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. Allerdings könne Schule den Prozess der Radikalisierung stoppen, indem sie den Bildungserfolg von Jugendlichen sicherstellt und bei Bedarf Hilfe organisiert, etwa durch Schulsozialarbeit oder Jugendämter. Zudem sei es wichtig, auch die Mitschüler zu sensibilisieren, sagte Kiefer. Radikalisierung erfolge meist in Gruppen.

Die Leiterin der Bundeskoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Sanem Kleff, betonte, dass es auch darum gehe, konsequent Erniedrigung, Diskriminierung und Muslimfeindlichkeit entgegenzutreten. „Kinder und Jugendliche, denen ein stabiles Selbstwertgefühl fehlt, sind besonders empfänglich für Ideologien der Ungleichwertigkeit, wie Islamismus“, sagte sie. In Niedersachsen sind knapp 300 Schulen dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ angeschlossen.

Tonne sprach sich gegen ein eigenes Fach „Politische Bildung“ aus. Vielmehr müsse die Islamismus-Prävention in andere Fächer wie Religion oder Politik integriert werden. „Mir ist die Herausforderung, die wir den Schulen geben, bewusst“, meinte der Minister. „Wir schauen, wo wir den Lehrern an anderer Stelle Entlastungen geben können.“

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