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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Wer wählt die Abi-Aufgaben aus – und wer prüft sie?

08.05.2019

Hannover Die umstrittenen und von Tausenden Schülern aus ganz Niedersachsen als zu schwierig empfundenen Aufgaben der Mathe-Abiklausuren vom vergangenen Freitag lagern gut verschlossen in einem Tresor im Kultusministerium in Hannover. Einen Blick auf die Aufgabenstellungen gewährt das Ministerium erst, wenn die Ergebnisse der Klausuren vorliegen, was nicht vor Anfang Juni der Fall sein dürfte. Doch wie kommen die Aufgaben zustande und wie geht es jetzt weiter?

Wie setzen sich die Aufgaben zusammen?

Die Aufgaben des Pflichtteils stammen aus einem länderübergreifenden Aufgabenpool des in Berlin ansässigen Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Die Aufgaben des Wahlteils stammen zum einen Teil aus dem länderübergreifenden Pool, zum anderen Teil wurden sie von der niedersächsischen Aufgabenkommission erstellt. Auch Niedersachsen hatte Aufgaben für den Bundespool erarbeitet und eingereicht. Der Teil der Aufgaben des Pflichtteils, der stets ohne Hilfsmittel wie Taschenrechner bewerkstelligt werden muss, macht etwa 20 Prozent der Gesamtprüfung aus. Beim Wahlteil hat Niedersachsen sich im Bereich der Stochastik und der analytischen Geometrie aus dem IQB-Aufgabenpool bedient. Der restliche Teil (etwa 40 Prozent) der Prüfung stammen von der niedersächsischen Aufgabenkommission.

Wer erstellt die Aufgaben und wer prüft sie, bevor sie an die Schüler gehen?

Es gibt ein mehrstufiges Kontrollverfahren, welches sicherstellen soll, dass die Prüfungsaufgaben von den Schülern bewältigt werden können. Zugleich soll die Vergleichbarkeit im Zentralabitur gewährleisten werden. Die niedersächsischen Aufgaben, entwickelt von einer 13-köpfigen Fachkommission, werden von zwei unabhängigen Gruppen von Mathematikfachleuten nachgerechnet und kontrolliert. Nach dieser Überprüfungsschleife werden die Aufgaben erneut extern begutachtet und nachgerechnet. Diese zusätzlichen Kontrollschritte sind nach der Auswertung der Abiturprüfung im Fach Mathematik im Jahr 2016 eingeführt worden. Vor drei Jahren hatte es ebenfalls Klagen über die Aufgaben in der Mathe-Abiprüfung gegeben, woraufhin das Kultusministerium die Punktevergabe im Nachhinein großzügiger gestaltet hatte.

Wie geht es weiter?

Um festzustellen, ob es in der diesjährigen Abiturprüfung im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnliche Abweichungen zwischen den Vornoten und den Klausurergebnissen gibt, müssen die Arbeiten zunächst korrigiert und bewertet werden. Erst nach Vorliegen dieser Ergebnisse soll abschließend über mögliche Konsequenzen entschieden werden. Abschließende Erkenntnisse vor Juni gelten als unwahrscheinlich. Zwischenzeitlich schaut die Fachkommission aus Niedersachsen, die die Aufgaben ausgewählt und zum Teil mit entwickelt hat, noch einmal kritisch auf die Aufgabenstellungen. Erst wenn es tatsächlich ungewöhnliche Abweichungen zwischen den Vornoten und den Klausurergebnissen gibt, sollen weitere Experten zur Überprüfung der Aufgaben hinzugezogen werden.

Ruft das Vorgehen des Ministeriums Kritik hervor?

Durchaus. Vor allem die Opposition aus Grünen, FDP und AfD kritisiert den Umgang des von Grant Hendrik Tonne (SPD) geführten Kultusministeriums mit den Beschwerden. Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, sagt: „Die Betroffenen brauchen noch im Mai Klarheit über ihr Mathe-Abitur und nicht erst im Juni erste Einschätzungen. Ich habe deshalb eine zeitnahe Unterrichtung im Kultusausschuss zu diesem Thema beantragt.“ Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Björn Försterling, findet: „Das Ministerium sollte in der Lage sein, bereits jetzt zu beantworten, ob die Aufgaben angemessen waren oder nicht.“ Und der AfD-Bildungsexperte Harm Rykena meint: „Offensichtlich herrscht im Kultusministerium mal wieder Chaos. Leidtragende sind unsere Abiturienten.“

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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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