Harkebrügge/Barßel - Eltern aus Harkebrügge, deren Kinder die Real- und Integrierte Gesamtschule (IGS) im Schulzentrum Barßel besuchen, gehen derzeit auf die Barrikaden. Sie sind mächtig in Fahrt und ärgern sich über die derzeitige Schülerbeförderung, deren Träger der Landkreis Cloppenburg ist. Danach werden seit diesem Schuljahr die Linien 904 und 905 von zwei verschiedenen Unternehmen bedient. „Der Transport klappt nicht reibungslos, denn die Abfahrtzeiten beim Schulzentrum in Barßel stimmen in keiner Weise mit dem Schulschluss überein. Die Kinder haben Wartezeiten bis zu einer Stunde. Das geht gar nicht. Hier muss eine Lösung her“, sagt der Vorsitzende des Gemeindeelternrates, Matthias Dierks. Während der Wartezeiten müssten auch Lehrer für die Beaufsichtigung abgestellt werden. „Die fehlen dann im Schulunterricht“, betont Dierks.
„Um Geld einzusparen, wird von unseren Kindern erwartet, dass sie nach Schulschluss mit dem Bus, der auch die Schüler zum Ramsloher Gymnasium befördert, nach Hause fahren. In erster Linie betroffen ist das fünfte Schuljahr, also die Kleinsten“, ärgert sich Christa Cordes aus Harkebrügge. Sie spricht von einer Stunde Wartezeit. Da Eltern und Schule langsam machtlos gegenüber dem Landkreis seien, hätte sie nun Rats- und Kreistagspolitiker sowie die Gemeinde eingeschaltet, um hier Abhilfe zu schaffen, so Cordes. Die Schule selbst habe ebenfalls einen Brandbrief an den Landkreis verfasst, erklärte Rektor Bernhard Schaal.
„Im vergangenen Schuljahr hat der Unternehmer, der die 904 bedient, freiwillig Schüler, die eigentlich der Linie 905 zugeordnet sind, mitgenommen. Die Wartezeiten auf dem Rückweg waren damit kürzer“, teilt Pressesprecherin Sabine Uchtmann auf Nachfrage mit.
Seit diesem Schuljahr befördert der Unternehmer der eigenwirtschaftlich betriebenen Linie 904 keine Kinder mehr, die für die 905 eine Fahrkarte haben. Dies sei auch in Ordnung, da die Fahrkarten linien- und haltestellengebunden seien. Die Wohnortnähe zur Haltestelle bedinge zudem die Auswahl der Buslinie. Das führe derzeit zu Unmut, da nach Ende der fünften oder sechsten Schulstunde Wartezeiten von 46 Minuten entstehen. „Diese Wartezeit hält sich zwar im Rahmen der zumutbaren Wartezeit für Schüler der Sekundarstufe I, bedeutet aber im Vergleich zur bisherigen freiwilligen Leistung des Busunternehmers durchaus eine Verschlechterung“, so die Pressesprecherin des Landkreises.
„Aktuell laufen Verhandlungen mit dem Busunternehmen, das die Linie 905 bedient, um eine Verbesserung zu erreichen. Sollte dies nicht zielführend sein, besteht die Alternative, die Karten für die Buslinie 905 in Karten für die Linie 904 zu tauschen. Damit könnte den Schülern aus Harkebrügge wieder die Nutzung der Linie 904 und damit verkürzte Wartezeiten ermöglicht werden. Dabei wären eventuell anfallende Mehrkosten allerdings von den Eltern zu tragen“, so Uchtmann.
