HARPSTEDT - HARPSTEDT/JKU - Wenn es auf dem Schulhof eine Rauferei gibt oder Tränen fließen, dann steckt oft mehr dahinter als ein falsches Wort oder ein Aggressionsausbruch. Dass bei Konflikten häufig nur die Spitze des Eisberges, etwa in Form eines handfesten Streites oder körperlicher Gewalt, sichtbar wird, war eine der Erkenntnisse, die 16 Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule Harpstedt von einem Ausbildungsseminar davon trugen. Die jungen Leute lernten im Bundeshaus in Einen die Grundlagen der Konfliktschlichtung, um in ihrer Schule künftig als Streitschlichter zu fungieren.

„Eine sehr engagierte Gruppe“, lobten die Lehrerinnen Ute Behrens und Rita Wingbermühlen die Schüler. Neue Streitschlichter werden an der Schule benötigt. Seit fünf Jahren gibt es Streitschlichter an der Haupt- und Realschule. Bis zum Sommer 2005 waren zehn dafür besonders ausgebildete Schüler in dieser Funktion tätig. Da sieben von ihnen mittlerweile ihre Schulzeit erfolgreich beendet haben, musste dringend „Nachwuchs“ her. Eine Werbeaktion in den Klassen 8 bis 10 stieß auf Resonanz.

Die Jugendpflege der Samtgemeinde Harpstedt unterstützte das Seminar finanziell und schickte Jugendpfleger Walter Waltemathe als Ausbilder mit.

Der Ablauf einer Schlichtung wurde anhand eines Filmes gezeigt, dann wurde der „Ernstfall“ in Rollenspielen geübt. Unterstützung erfuhren die Seminarteilnehmer von Finn Oetken, Phillip Kruse und Alexander Abeln, alle erfahrene Streitschlichter. „Das ist total schwer, im Film sah das so einfach aus“, meinte eine Schülerin. Aber sie hat den Ergeiz, es zu lernen und ist bereit, dafür einen Teil ihrer Freizeit zu opfern.

Die Ausbildung wird im monatlichen Rhythmus fortgesetzt. Beim nächsten Treffen Anfang Dezember geht es unter anderem auch um die Einrichtung des neuen Streitschlichterraumes.