HARPSTEDT - Die Initiatoren für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Harpstedt werben für den attraktiven Standort: „Mit der derzeitigen Haupt- und Realschule haben wir die optimale Infrastruktur für eine Gesamtschule“, sagt Nicolai Wacker vom Vorstand des Schulelternrats an der Grundschule Harpstedt. Die Initiative lädt Eltern und Schüler aus der Region zu einem Informationsabend am Montag, 21. Juni, ein. Jeweils um 17 und 18.30 Uhr besteht die Möglichkeit, mit kompetenten Ansprechpartnern zu diskutieren und sich die Fachräume und Sporthallen anzusehen.
An alle Eltern mit Kindern in den Klassen 1 bis 3 in Wildeshausen, Dötlingen, Bassum und Twistringen seien über die Schulen Infoblätter verteilt worden. Insbesondere aus dem Kreis Diepholz erhofft sich die Initiative großes Interesse. Denn in Harpstedt soll nach dem Willen der Eltern die erste kreisübergreifende IGS im Land entstehen.
Umfrage nach den Ferien?
Um das weitere Vorgehen abzuklären, diskutieren Tanja Koutianidis (Schulelternrat Haupt- und Realschule), Regina Huntemann (Schulvorstand Grundschule), Michaela Claußen (Kindergarten Colnrade) und Wacker am Montagabend in Wildeshausen mit der schulpolitischen Sprecherin in der Grünen im Landtag, Ina Korter (Nordenham), und dem Grünen-Kreistagsabgeordneten Manfred Rebensburg.
Korter wies darauf hin, dass eine kreisübergreifende Elternbefragung zur IGS erst möglich sei, wenn sich die Schulträger abgesprochen haben. Die Initiative strebt eine Befragung möglichst nach den Sommerferien an, damit vor allem die Eltern der Drittklässler eine Perspektive haben (dieNWZ
berichtete). Dazu müssten die Eltern unbedingt die Fraktionen im Kreistag – allen voran die SPD/FDP-Mehrheitsgruppe – ins Boot holen, riet Rebensburg. Diese Befragung müsse den Durchbruch bringen, so Wacker. „Ein dritte Umfrage wäre den Eltern kaum zuzumuten.“Korter zufolge gibt es auf Landesebene eine intensive Diskussion, um Hürden zur Errichtung von Gesamtschulen abzubauen. So forderte der Landkreistag, statt einer Fünfzügigkeit nur noch die Vierzügigkeit für die IGS zu verlangen. Die Vorgabe, dass dreigliedrige System müsse „in erreichbarer Nähe“ sein, bedeute im Fall Harpstedts nicht nur Wildeshausen, sondern auch Bassum. „Es gibt bereits eine gute Busverbindung“, wies Wacker auf die Infrastruktur hin. Laut mündlicher Auskunft des Kultusministeriums sei eine kreisübergreifende Gesamtschule durchaus möglich. „Das lasse ich mir noch mal schriftlich bestätigen“, betonte Korter.
„IGS ein Erfolgsmodell“
„Überall, wo eine Gesamschule eingerichtet wird, läuft sie“, sagte Koutianidis unter Hinweis auf die erste Landkreis-IGS in Wardenburg, wo sogar rund 30 Schüler abgewiesen wurden. Aus Sicht der Grünen führt das gemeinsame Lernen in der IGS zu deutlich höheren Abschlüssen. Als gutes Beispiel nannte Ina Korter die Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut, die an der Gesamtschule in Roderbruch (Hannover) ihr Abitur gemacht hat. Das Fach Musik hatte sie dort allerdings nach Klasse 11 abgewählt, gestand die 19-Jährige später.
