HARPSTEDT - „Die Mehrheit für eine Elternbefragung zu Harpstedt steht.“ Mit dieser aus Sicht der Harpstedter Elterninitiative erfreulichen Einschätzung empfing Landrat Frank Eger am Freitagmorgen Vertreter der Interessengemeinschaft „IGS Harpstedt“ am Kreishaus in Wildeshausen. Nach Gesprächen mit der Politik erwartet Eger: „Das geht am Montag durch.“ Dann nämlich berät ab 18 Uhr der Kreis-Schulausschuss im Kreishaus über eine etwaige zweite Integrierte Gesamtschule (IGS) im Landkreis und eine erneute Elternbefragung. Freilich: Diskussionen erwartet Eger hinsichtlich des Einzugsgebiets; aus Sicht der Kreisverwaltung ist über eine Ausweitung der Einzugsbereiche (für Harpstedt derzeit Samtgemeinde/Wildeshausen/Dötlingen) zu entscheiden. Hintergrund sind Mindestschülerzahlen für die Genehmigung von Gesamtschulen. Denkbar wäre auch ein „großer“ Einzugsbereich mit Ganderkesee – hier wird indes ebenso eine IGS gewünscht in Bookholzberg. Pferdefuß sei, so gab Eger den Harpstedtern mit, die erforderlichen Zahlen bis 2023 vorweisen zu müssen.

„Wir haben keine Zweifel, dass eine IGS in Harpstedt genug Schüler hat“, gab sich Regina Huntemann vom Schulvorstand der Grundschule Harpstedt überzeugt. Ausgestattet mit den Ergebnissen einer Meinungsabfrage zur IGS unter den Grundschuleltern sowie mit einem großen Plakat war eine Gruppe der Harpstedter Elterninitiative, begleitet von Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes, zum Kreishaus gereist, um die Forderung nach einer Elternbefragung zur IGS zu bekräftigen. Von einem „überwältigenden“ Ergebnis pro Gesamtschule sprach Nicolai Wacker (Schulelternrat der Grundschule) bei der Elternabfrage in den 1. bis 4. Klassen: 97,7 % der befragten Eltern hätten sich für eine IGS in Harpstedt ausgesprochen. Für die Fragebogenaktion hatte die Elterninitiative die bisherigen Elternabende besucht, informiert und das Interesse an der IGS abgefragt. Erreicht worden seien die Eltern von 260 der 354 Kinder. „Wir hoffen, mit dieser inoffiziellen Befragung die offizielle Elternbefragung des Landkreises auf den Weg zu bringen“, so die Elternvertreter. Sie setzen auf Elternunterstützung auch aus Wildeshausen und Dötlingen, um eine „IGS Wildeshauser Geest“ schon zum Schuljahr 2011/2012 zu erreichen.

Eger verwies angesichts der Schulreformpläne im Land auch auf eine denkbare Alternative für Harpstedt: eine diskutierte neue Schulform mit zusammengefasster Haupt- und Realschule und gymnasialem Zweig. „Sie können im Rennen noch das Pferd wechseln“ – dazu bedürfe es dann eines Ratsbeschlusses auf Umwandlung der Schule.

in Wildeshausen, Dötlingen und Harpstedt stimmen will im Schulausschuss die SPD-Kreistagsfraktion. Das verlautete jetzt nach einer außerordentlichen Fraktionssitzung. „Wir haben die Hoffnung, dass durch die hervorragende Elternarbeit in Harpstedt die Informationen über eine IGS besser als vor einem Jahr sind und auch die damit verbundenen Vorteile intensiver auf die Willensbekundungen der Eltern bei einer erneuten Befragung wirken“, so Sprecherin Hannelore Hunter Roßmann.